Explosion in Krefeld Schwerer Unfall im Chempark Krefeld – mehrere Verletzte durch Explosion
Bei der Explosion eines Tanks und dem darauffolgenden Gebäudeeinsturz im Chempark Krefeld wurden mehrere Mitarbeiter schwer verletzt. Betroffen war eine Anlage des US-Unternehmens Huntsman.
Anbieter zum Thema

Krefeld – Bei der Explosion eines Tanks im Chemiepark Krefeld-Uerdingen am frühen Nachmittag stürzten große Teile der Werkshalle 307 des dortigen Huntsman Standortes ein. Vier schwer und acht leicht verletzte Mitarbeiter wurden von den Rettungskräften geborgen. Obwohl die Feuerwehr zunächst von weiteren Verschütteten ausging, bestätigte sich diese Befürchtung nicht.
Nach offiziellen Angaben platzte ein Stickstoff-Druckbehälter aus bisher ungeklärter Ursache. Dabei wurden auch Stickstoff und Titandioxid, ein Farbpigment, das auch für Lebensmittel Verwendung findet, freigesetzt – Folgebrände oder eine Gefahr für Umwelt oder Anwohner bestand aber nach Angaben des Standortbetreibers Currenta nicht.
Explosion in der Pigmentnachbereitung
Die Explosion ereignete sich in einem Abschnitt der Produktion, der der Nachbehandlung und Abfüllung der Produkte dient. Pigmente, die in anderen Werksbereichen produziert werden, werden dort gemahlen, filtriert und zur Auslieferung abgefüllt. Dabei eingesetzte Hilfsstoffe wie Säuren, Lauen oder Gase scheinen, nicht freigesetzt worden zu sein. Auch die Befürchtung, dass beim Einsturz der Gebäudedecke Asbest freigesetzt worden wäre, bestätigte sich nicht. Von den insgesamt mittlerweile 20 Personen, die im Zuge der Explosion verletzt wurden, befinden sich nur noch zwei in stationärer Behandlung.
Insgesamt waren rund 130 Feuerwehrleute und Rettungskräfte in Krefeld im Einsatz. Huntsman beschäftigt in Krefeld 1600 Mitarbeiter, die vor allem in der Herstellung von Farbpigmenten arbeiten. Der Chempark Krefeld beheimatet etwa 70 Firmen und wird von Currenta, einem Joint Venture von Bayer und Lanxess, betrieben.
Am Vortag Brand in Bitterfelder Chemiewerk
Bereits am Dienstag kam es in einer Chemiefabrik in Bitterfeld nach einem Produktionsunfall zu einem Brand mit mindestens zehn Millionen Euro Sachschaden. Ursache war vermutlich eine Verpuffung bei der Klebstofffertigung. Ein Mitarbeiter und ein Feuerwehrmann wurden durch Hitze und Rauchgase geschädigt. Der Feuerwehr gelang es jedoch, ein Übergreifen des Brandes auf ein benachbartes Tanklager zu verhindern.
(ID:43540790)