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Antriebstechnik

Schnell zum Wiederanlauf – Antriebstechnik für die Zementproduktion

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Erneuerung der Antriebstechnik

Die in Dessau gegründete G. Polysius Eisengießerei und Maschinenfabrik baute 1904 den ersten Drehofen. Ab 1927 reduzierte das von Dr. Georg Lellep und Polysius entwickelte Lepol-Verfahren den Brennstoffverbrauch bei der Zementherstellung um ein Drittel. In Leimen betreibt HeidelbergCement zwei Lepol-Drehrohröfen von Polysius, heute ein Unternehmen von ThyssenKrupp Technologies. Sie versehen schon seit Jahrzehnten ihren Dienst und wurden bislang durch Gleichstrommotoren angetrieben. Etwa in der Mitte jedes Drehrohrofens sitzt der Motor. Über ein Großgetriebe treibt er einen Zahnkranz an, der auf dem Umfang des Drehrohrs sitzt. Die entscheidende Kenngröße des Ofenantriebs ist das Drehmoment, das der Motor aufbringen muss.

An einem Drehrohrofen herrschen raue Umgebungsbedingungen: Er strahlt große Hitze ab, und prozessbedingt fällt auch viel Staub an. Unter diesen Umständen gestaltet sich die Instandhaltung von Gleichstrommotoren sehr aufwändig, sie sind nämlich nicht vollständig geschlossen. Zudem erfordern Kohlebürsten, Kommutator und Fremdlüfter eine regelmäßige Wartung. Planmäßige Wartungsarbeiten an den Drehrohröfen und Zementmühlen finden generell in den Wintermonaten statt.

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Während der jährlichen Wartung des (kleineren) Lepol-Ofens 2 zeigte sich die Notwendigkeit eines sehr kurzfristigen Umbaus der Antriebstechnik. Das Team der Elektroabteilung entschied sich nach einer sorgfältigen Kosten-Nutzen-Abwägung, auf einen Drehstromantrieb umsteigen.

Elektromeister Bernd Haas erläutert: „Anders als beim Gleichstrommotor haben wir beim vollständig gekapselten, eigenbelüfteten Drehstrommotor praktisch keinen Wartungsaufwand mehr.“ Neben diesen Vorteilen sollte auch die Lagerhaltung vereinfacht werden.

Kurzfristige Lieferbereitschaft

Weil bis zum Wiederanlauf der Anlage lediglich 14 Tage zur Verfügung standen für die Lieferung von Motor, Frequenzumrichter, Kabel und Schaltschrank (einschließlich der Neuverkabelung und Anpassung des Steuerprogramms), musste schnell gehandelt werden. Drehstrommotoren sind genormt. Das bedeutet eine Vereinfachung für den Kunden, kann er doch aus dem Lieferprogramm mehrerer Antriebshersteller auswählen. „Aber SEW-Eurodrive war die einzige Firma, die innerhalb dieser kurzen Zeit die Antriebskomponenten liefern konnte“, erläutert Bernd Haas und lobt: „Das war superschnell.“ Er fährt fort: „Andere Anbieter haben mitunter ein Vierteljahr Lieferzeit für einen Umrichter dieser Größe.“ Doch nicht immer kann oder will ein Kunde so lange warten.

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