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Antriebstechnik

Schnell zum Wiederanlauf – Antriebstechnik für die Zementproduktion

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Verfahrenstechnischer Prozess

Bei der weiteren Verarbeitung fällt das Rohmehl auf zwei schräg angeordnete, rotierende Granulierteller. Hier wird es über eine Tropfanlage mit Wasser versetzt und infolge der Drehbewegung zu murmelgroßen Kügelchen geformt, den sogenannten Granalien. Sie durchlaufen einen 28 m langen Rostvorwärmer. Er besteht aus einer 10 m langen, etwa 250 bis 300 °C warmen Trockenkammer sowie einer Heißkammer, in der ständig 900 bis 1100 °C herrschen. Dann gelangt das Material in den Drehrohrofen.

Das annähernd waagerecht, aber leicht abschüssig liegende Drehrohr hat einen Durchmesser von 4 m und ist 53 m lang. Es liegt auf drei Laufringen auf, die auch in axialer Richtung Bewegung im Zentimeterbereich zulassen. Denn infolge der großen Hitze dehnt sich das Rohr aus und der Ofen wandert. Das Drehrohr ist innen feuerfest mit einer 200 mm hohen Schicht Schamottsteinen ausgekleidet. Allein dieses Feuerfestmaterial, das im Drehrohr vermauert ist, wiegt ca. 375 Tonnen. Bei einer Flammentemperatur von etwa 1450 °C erfolgt die Teilschmelze. Diesen Vorgang nennt man Sinterung. Hierbei laufen chemische Reaktionen ab, in deren Ergebnis Zementklinker entsteht. Dieser – kurz Klinker genannte – Bestandteil ist für die Aushärtung des Zements bei Zugabe von Wasser zuständig. Die Tagesproduktionskapazität des Ofens liegt bei 800 bis 850 Tonnen.

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Am Schluss fällt das Material in den Klinkerkühler. Hier wird es auf etwa 100 °C abgekühlt, wobei die eingeblasene Luft schon auf ca. 1000 °C vorgeheizt wird. Die für die Ofenanlage in Leimen eingesetzten Brennstoffe werden unter Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit, der Qualität und des Umweltschutzes zusammengestellt. Neben Mischkohle werden bis zu 60 Prozent sekundäre Brennstoffe eingesetzt. Der fertige Klinker wird in Silos zwischengelagert und gelangt von dort aus in Zementmühlen. Hier werden unterschiedliche Zusatzstoffe ergänzt, die die Feinheit und Festigkeit der gewünschten Zementsorten beeinflussen.

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