In eigener Sache Sag beim Abschied leise Servus

Von Dr. Jörg Kempf 2 min Lesedauer

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Darf ich Sie auf eine kurze Reise in die Vergangenheit mitnehmen? Und zwar 27 Jahre zurück, ins Jahr 1999. Es war ein spannendes Jahr, und es galt als Transformationsjahr – hier lässt sich durchaus manche Analogie zu heute ziehen.

2019 durfte ich im feierlichen Rahmen unserer Meilenstein-Gala anlässlich des 25-Jährigen Jubiläums von PROCESS den Staffelstab der Chefredaktion von Gerd Kielburger übernehmen.(Bild:  PROCESS)
2019 durfte ich im feierlichen Rahmen unserer Meilenstein-Gala anlässlich des 25-Jährigen Jubiläums von PROCESS den Staffelstab der Chefredaktion von Gerd Kielburger übernehmen.
(Bild: PROCESS)

Das Jahrtausendende verzeichnete zugleich das Ende traditioneller Chemiegiganten. Erinnern Sie sich an diesen Paukenschlag? Die Hoechst AG fusionierte mit der französischen Rhône Poulenc zur Aventis als einem der größten europäischen Life-Science-Konzerne, die Chemieaktivitäten wurden zum Teil ausgegliedert oder verkauft. Insgesamt nahmen die zunehmende Spezialisierung sowie Trennung von Commodity-Chemie und High-Margin-Spezialchemie Fahrt auf.

Eine der bestimmenden technischen Herausforderungen gegen Ende 1999 war die Vorbereitung auf das Jahr-2000-Problem (Y2K) in industriellen Steuerungen, Automatisierungssystemen und IT-Umgebungen, nicht zuletzt auch ein Katalysator für die Digitalisierung der Prozessindustrie im 21. Jahrhundert. Die ersten Feldgeräte wurden intelligent – der Grundstein für spätere Predictive-Maintenance-Konzepte.

Auch der Anlagenbau befand sich in einem Strukturwandel. Die 3D-CAD-Planung wurde Standard, das klassische Zeichenbrett verschwand endgültig. Mit wachsender Automatisierung stieg der Fokus auf funktionale Sicherheit, SIL-Klassifizierungen wurden Bestandteil der Anlagenplanung. Und – ein weiteres Déjà-vu: der VCI erwartete ein eher moderates Wachstum für das Jahr 1999, was zu verstärkter Kostendisziplin, effizienteren Prozessen und Fokussierung auf Kerngeschäfte führte. Kann man heute (fast) genauso schreiben.

Nun werden Sie fragen: Warum dieser Rückblick, ausgerechnet auf 1999? Weil es mein erstes Jahr bei PROCESS war, als frisch promovierter Chemiker im Rahmen einer Weiterbildung zum Fachzeitschriften-Redakteur und mitten hinein in all diese spannenden Themen. Es folgten Volontariat, Redakteurs-Job, langjährige stellvertretende Chefredaktion, seit 2019 dann Chefredaktion.

Jetzt gebe ich den Staffelstab weiter an meinen Kollegen Wolfgang Ernhofer.(Bild:  PROCESS)
Jetzt gebe ich den Staffelstab weiter an meinen Kollegen Wolfgang Ernhofer.
(Bild: PROCESS)

Nach 27 großartigen Jahren und einer mir selbst nicht leicht gemachten Entscheidung, biegt mein Lebensweg nun ab – und ich sage: Servus, Arrivederci und Adieu! Zum 1. April übergebe ich den Staffelstab an meinen geschätzten Kollegen Wolfgang Ernhofer.

Von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser sowie Werbekunden, verabschiede ich mich mit einem großen Dankeschön für das Vertrauen in all den Jahren und mit einer großen Bitte: Bleiben Sie der PROCESS treu! Meinem wunderbaren Team wünsche ich für die Zukunft alles Gute – und werde selbst jetzt zum PROCESS-Leser!

Herzliche Grüße, Ihr Dr. Jörg Kempf

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