Länderreport Russland

Russlands Chemieindustrie boomt

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Neues Acrylsäurewerk

Russlands Hersteller von Farben und Lacken steigerten 2011 ihren Ausstoß um 7,1%. Es wurden 831.000 t Farbe auf Polymerbasis und 231.000 t auf Nicht-Polymerbasis hergestellt.

Mitte Oktober 2011 kündigte das Unternehmen OAO Gasprom neftechim Salawat in Baschkortostan den Bau eines Acrylsäurewerkes an. Die Fabrik soll auf dem Betriebsgelände der Firma Monomer entstehen und im 4. Quartal 2015 die Produktion aufnehmen. Es entstehen Kapazitäten für 80.000 t rohe Acrylsäure, 80.000 t Butylacrylat sowie 35.000 t Acrylsäure-Eis. Unterstützt wird Gasprom der Firmen Mitsubishi Chemical Corporation und dem japanischen Handelshaus Sojitz Corporation. In Zukunft sollen aus der Acrylsäure und den Acrylaten Farben sowie Absorbiermittel hergestellt werden.

Arzneimittelproduktion sinkt

Nach wie vor siedeln sich immer mehr ausländische Konzerne in Russland an. Novo Nordisk, Sanofi und Solagran aus Australien verwirklichen Projekte in Russland. Derweil sank die Produktion von Arzneimitteln gemessen an den erzeugten Packungen 2011 um 8,8%.

Der Anteil importierter Erzeugnisse lag Informationen der DSM-Group zufolge unverändert bei 39%. Wertmäßig stehen die Importmedikamente jedoch für 80% des Inlandsverbrauchs.

Neues Werk zur Polyacrylamid-Herstellung

Der russische Stahlgigant Sewerstal und die deutsche Rütgers-Gruppe haben ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet : Die OOO Rutgers Sewertar soll künftig vakuumiertes Teerpech, technische Öle sowie Naphthalin produzieren.

SNF aus Frankreich baut in Saratow ein Werk zur Herstellung von Polyacrylamid. Die Investitionen belaufen sich auf 50 Mio. Euro. Die Fabrik wird auf dem Firmengelände von OOO Saratoworgsintes entstehen, einer Lukoil-Tochter. Mit dem Polyacrylamid lässt sich Wasser reinigen. Produktionsstart soll Ende 2014 oder Anfang 2015 sein, heißt es in einer Erklärung der Oblast-Regierung Saratow. In der Endausbaustufe sollen jährlich rund 100.000 t des synthetischen Polymers hergestellt werden.

Raffineriemodernisierungen schlucken Milliardeninvestitionen

Milliardeninvestitionen fließen in den kommenden Jahren in die Modernisierung der russischen Raffinerien. Bis 2020 müssen russlandweit 124 Anlagen zur Erdölverarbeitung erneuert oder ganz neu gebaut werden. Allein im Jahr 2012 stünden dafür über 5 Mrd. Euro zur Verfügung, zitierte der Nachrichtendienst Prime Energieminister Sergei Schmatko Mitte April 2012.

Künftig dürfen Mineralölkonzerne nur noch hochwertige Treibstoffe an Autofahrer verkaufen. Der Absatz von Benzin und Diesel des Euro-Standards 2 ist nur noch bis Ende 2012 erlaubt, von Euro 3 bis Ende 2014 und von Euro 4 bis Ende 2015. Danach wird russlandweit nur noch Euro 5 getankt.

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