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Mitten drin im Industrie-4.0-Zeitalter
Komplexer werdende Systeme fordern Azo heraus, neue Wege zu gehen und Lösungen im Spannungsfeld zwischen Mechanik, Elektronik und Informatik zu entwickeln. Um Verfahrens- und Steuerungstechnik weiter zu vernetzen, wurden beispielsweise anhand des VDMA-Leitfadens I4.0, Potenziale analysiert und das 4P-Modell für den Einsatz von Industrie 4.0 definiert.
Wichtig dabei: „Wir müssen die Menschen auf diesem Weg mitnehmen“, ist Dieter Herzig, Chief Digitalization Officer bei Azo, überzeugt und probiert Modelle der Zusammenarbeit aus – etwa in Form eines Hackathons. 2017 trafen sich drei Start-ups aus den Bereichen Sensorik, Datenanalyse und Virtual Reality zusammen mit Mitarbeitern zu einem intensiven Entwicklungs-Workshop.
So geht Industrie 4.0 in Osterburken: Zusammen mit dem VDMA und der RWTH Aachen startete ein Forschungsprojekt zum Einsatz von künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen. Hierbei wird das momentane Verhalten der pneumatischen Saug- Förderung über Sensoren gemessen und über maschinelles Lernen (neuronale Netze) an ein je nach Aufgabenstellung vorgegebenes Optimum herangeführt. Erste Probeläufe im Technikum bestätigen die prinzipielle Wirkungsweise.

Digitalisierung quer durch alle Prozesse
Herzstück der Automatisierungslösungen von Azo ist das chargenorientierte Prozessleitsystem Kastor, das eine lückenlose Dokumentation der Produktionsabläufe erlaubt. In Zukunft soll es das Zentrum für die Digitalisierung im Produktionsumfeld werden. Hierzu entwickeln Automatisierungsspezialisten Steuerungs- und Leittechnik im Sinne eines verbesserten Kundennutzens und flexibleren Einsatzes weiter. Dazu gehören u.a. Einsatz von Microservice-Technologie, Einbinden von Datenanalyse-Möglichkeiten und darauf aufbauende Predictive-Maintenance-Maßnahmen sowie Assistenzsysteme.
Wer für eine digitale Welt Produkte entwickeln will, der muss auch digital arbeiten: Werker und Entwickler in Osterburken nutzen den digitalen Werker-Cockpit, digitale Produktabnahme an der Laserschneidanlage, visuelle Versand- und Montageverfolgung, digitale Anbindung von Zulieferunternehmen, Integration von Punktewolken und VR in der Konstruktion, lückenlose Verfolgung der Materialien in der gesamten Fertigung – alles Bausteine auf dem Weg zum digitalen Zwilling bei Azo.
Während Roboter z.B. aus der Automobilfertigung nicht mehr wegzudenken sind, war es unvorstellbar, dass in der Schüttgutindustrie Ähnliches möglich sei. Das System Rolog räumt mit diesem Vorbehalt auf: Es stellt Kleinkomponenten als Teilrezeptur zusammen, wobei Komponentengrößen von 50 g bis 10 kg möglich sind. „Bis zu diesem Zeitpunkt hatte keiner geglaubt, dass man Produkte in diesen Kleinstmengen automatisiert abwiegen kann. Wir haben das Gegenteil bewiesen“, lächelt Zimmermann abschließend.
Ausblick: Rohstoffhandling der Zukunft
Die aktuellen Projekte bei Azo zeigen, welche Richtung das Rohstoffhandling künftig einschlagen wird. Nach wie vor sind einfache mechanische Systeme gefordert, diese müssen jedoch mit ausgereifter Software kombiniert werden. Die dafür nötigen Daten stellt Sensorik bereit, die über den jeweiligen Maschinenzustand Auskunft gibt. Erst wenn es gelingt, diese Technologien praktikabel zu verbinden, sind robuste und betriebssichere Anlagen im Sinne von Industrie 4.0. möglich. Eines ist sicher: Azo wird auch diese Entwicklung mit Erfindungskraft und Leidenschaft vorantreiben.
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