Weltrohstoffpreise Oktober 2022 Rohstoffpreise sinken – Zwischen Rezessionsängsten und enger Marktversorgung

Von Wolfgang Ernhofer

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Die Weltrohstoffpreise gaben primär aufgrund niedriger Energiepreise im Durchschnitt des September in Dollar um 3,9 % nach. Infolge einer weiteren Abwertung des Euro zum Dollar betrug der Rückgang in Inlandswährung dagegen nur 1,7 %. Bei weiter knapper Marktversorgung und niedrigen Lagerbeständen der börsennotierten Metalle bestimmten die Rezessionssorgen als Folge des Krieges zwischen Russland und der Ukraine das Marktgeschehen. Die Experten der Industriebank IKB geben eine Übersicht und Prognose zu den einzelnen Rohstoffen.

Im Oktober sinken die Rohstoffpreise wieder leicht. Die Industriebank IKB prognostiziert für die kommenden Wochen instabile Preise.(Quellen: HWWI; Deutsche Bundesbank)
Im Oktober sinken die Rohstoffpreise wieder leicht. Die Industriebank IKB prognostiziert für die kommenden Wochen instabile Preise.
(Quellen: HWWI; Deutsche Bundesbank)

Der Anschlag auf die beiden Nord-Stream Gaspipelines hat nun das endgültige Aus für den Bezug von russischem Erdgas eingeläutet. Erfreulich ist allerdings, dass die deutschen Erdgasspeicher zu über 90 % gefüllt sind und bis Anfang November könnten es sogar 95 % werden. Bei weiter sinkender Inlandsproduktion und um ein Viertel gesunkenen Importen ist dies insgesamt positiv. Trotzdem sind weitere Verbrauchsreduzierungen erforderlich. Der Erdgaspreis dürfte bis Ende 2022 um die Marke von 200 Euro/MWh oszillieren. Temporär sind jedoch Preise von 400 Euro/MWh möglich. Die beschlossene Preisdeckelung für private Haushalte durch die Bundesregierung muss jedoch auch um eine adäquate und ausreichende Umsetzung in der Industrie ergänzt werden.

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Bei Erdöl war dagegen im bisherigen Jahresverlauf die Versorgungslage deutlich besser. Der Jahresbedarf an Erdöl wird unverändert mit 100,03 mbd (= Million Barrel per Day) gesehen, wovon 65,78 mbd aus Non-Opec-Ländern kommen sollen. Allerdings bestehen hohe Unsicherheiten über die tatsächliche russische Erdölförderung. Der Bedarf an Opec-Förderung von 34,25 mbd wird zu 5,39 mbd über NGL (Natural Gas Liquids) gedeckt, sodass nun 28,86 mbd von klassischen Sorten gefördert werden müssten. Hier lag jedoch im 3. Quartal 2022 die Förderung deutlich darüber, sodass die Opec jetzt Förderkürzungen anstrebt. Wir erwarten daher für den Rohölpreis bis Ende 2022 eine Bewegung um die Marke von 92 Dollar je Barrel Brent. Gegen Jahresende sollte es zu einer leichten Preisentspannung kommen. Für 2023 wird im Jahresmittel ein Anstieg der Erdölnachfrage um gut 2,5 mbd erwartet, der eine höhere Opec-Förderung bedingt.

Für den Wechselkurs des Dollar zum Euro sehen die Experten bis Ende 2022 eine Bewegung um 1,00 Dollar je Euro.

Welche Rohstoffe Mangelware sind oder werden, können Sie in der Bildergalerie Gefahrenanalyse Rohstoff – was wird knapp? nachsehen.

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