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Siebmaschinen: Die Kunst des Technikumsversuchs

Richtig testen statt falsch sieben – Ein Praxistipp für die Funktion von Siebmaschinen

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Neben der Bereitstellung von Produktproben und Informationen zum Material sollte der Betreiber im Vorfeld des Versuchs auch seine Produktionsumgebung beschreiben, und weitere Ziele neben der Durchsatzleistung klar definieren – z.B. welche Qualität das Siebgut haben sollte. Bei Siebtechnikversuchen wird die Produktqualität z.B. durch die Trennschärfe des Siebverfahrens bestimmt, d.h. wie genau die getestete Siebmaschine in der Lage ist, das Siebgut in Fraktionen unterschiedlicher Korngröße zu trennen. Ein weiterer wichtiger Qualitätsaspekt gerade bei empfindlichen Produkten ist, in wie weit das Siebgut durch den Siebprozess beschädigt werden kann bzw. sich durch die Siebbewegung kleinere Bruchstücke ablösen können. Diese erhöhen nämlich den Staubanteil im Produkt, wodurch es oft in nachgelagerten Produktionsstufen nicht mehr ideal verarbeitet werden kann. Oft werden hier von Betreibern klare Grenzwerte für Feinanteile mit angegeben.

Valide Ergebnisse erhalten

Generell gilt, dass ein Versuchsaufbau vor allem dann gut ist, wenn die Betriebs- und Prozessbedingungen des Auftraggebers so exakt wie möglich nachgestellt werden. Vor Beginn des eigentlichen Siebversuchs sollte das Schüttgut analysiert werden, damit eine zu den Materialeigenschaften und Siebaufgabe passende Siebmaschine für den Versuch ausgewählt werden kann. Wird das Versuchsgut in großen Gebinden wie Big Bags angeliefert, besteht die Gefahr einer transportbedingten Entmischung, daher sollten zur Probenahme spezielle Probenahmegeräte wie Zonensammler verwendet werden. Zur Produktentnahme wird der Zonensammler einfach bis an den Boden des Big Bags eingeführt und geöffnet, sodass das Schüttgut in die Kammern einfließen kann. Somit wird aus jeder Schicht des Lagergebindes Produkt entnommen. Werden aus dem entnommen Material weitere Teilproben benötigt, muss auch deren Zusammensetzung exakt der Gesamtmenge entsprechen. Mithilfe von Rotationsteilern kann die Materialprobe über einen Aufgabetrichter gleichmäßig auf mehrere, rotierende Probeflaschen verteilt werden. Erst nach dieser Probenvorbereitung ist eine repräsentative Schüttgutanalyse möglich.

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Fazit: Korrekt vorbereitet und durchgeführt, liefern Technikumsversuche vor dem Kauf von Produktionsequipment wertvolle Erkenntnisse für eine optimale Maschinenauslegung. Entscheidend für die Aussagekraft der Ergebnisse sind detaillierte Informationen des Betreibers zu Produkteigenschaften und Produktionsumgebung sowie die Fähigkeit des Ausrüsters das jeweilige Produktionsszenario realistisch zu simulieren.

* Der Autor arbeitet im Marketing bei J. Engelsmann, Ludwigshafen.

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