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Gebläsetechnik für die pneumatische Förderung

Präzises Befüllen von Inlinern in ISO-Containern

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Regelung via Frequenzumrichter

Für Hanses ist Luft ein riesiges Thema, „weil wir unter Druck beladen. Wir bringen Schüttgüter in einen hauchdünnen Sack. Das Material würde den Sack aber wie beim Sandstrahlen zerstören, wenn dieser nicht eng an der Wand anliegt. Wir beginnen deshalb auch in der Mitte des Containers den Materialstrom aufzubauen, damit die Wände nicht beschädigt werden.“ Die Positionierung der teleskopierbaren Fülleinheit wird dabei vollautomatisch gesteuert. Die Automation reicht so weit, dass sich die von Silomaxx entwickelten Einheiten in das zentrale Warenwirtschaftssystem vor Ort einbinden lassen und deren SPS eigenständig die Zellenradschleusen der angeschlossenen Siloanlagen steuert. Das Verfahren arbeitet so effektiv, dass sich das Ladevolumen bis ganz knapp unter das Dach quasi vollständig ausnutzen lässt. Aufgrund der unterschiedlichen Materialien mit variierenden Dichten, chemischen Eigenschaften und spezifischen Gewichten ist beim Beladen der Standardcontainer eine Gebläsetechnik gefragt, die sich ebenfalls über die SPS der Beladeeinheit in punkto Volumen und Druck präzise anpassen lässt. Siloadmaxx setzt dafür dezentral aufstellbare Gebläseaggregate von Aerzen u.a. Typ BVO 100 von der Rental Division (GM 25 S) ein. Die anschlussfertigen Drehkolbengebläse liefern Volumenströme zwischen 624 und 1452 Kubikmetern in der Stunde, bei Differenzdrücken zwischen 50 und 1000 Millibar. Die mobilen Einheiten lassen sich dank Frequenzumrichter präzise regeln – ein wichtiges Kriterium, um unterschiedliche Materialien sicher und schnell in den Container zu bringen.

Typische Produkte sind Zement, Ruß, Quarzsand oder Kunststoffzwischenprodukte wie Polyvinylbutyral (PVB) – ein Stoff, der beispielsweise als Schmelzklebstoff in Form von Zwischenfolien bei Verbundsicherheitsglas zum Einsatz kommt. Das Material muss dafür angesichts der strengen Qualitätsanforderungen der Automobilindustrie absolut frei von Verunreinigungen sein. Weil PVB auch als Bindemittel in Klebern und Anstrichen sowie als Copolymer und Haftzusatz in Mörteln und Beton zum Einsatz kommt, lässt sich erahnen, welche Mengen um den Globus unterwegs sind. Gleiches gilt für Bisphenol (BPA) – ein weltweit gehandelter Ausgangsstoff zur Synthese polymerer Kunststoffe.

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Wirksamer Ex-Schutz

Abseits der reinen pneumatischen Kennzahlen hat sich Silomaxx auch deshalb für die Gebläsetechnik von Aerzen entschieden, weil Gebläseaggregate der Reihe Delta Blower konstruktionsbedingt über integrierte Funkenfänger verfügen. Dieses Detail bekommt eine hohe sicherheitstechnische Bedeutung, weil Stäube aus Kunststoff oder reinem Kohlenstoff, wie bei Ruß, immer ein hohes Explosionspotenzial an den Tag legen und folglich eine Atex-Einstufung mit sich ziehen. „Die Linerbags sind deshalb mit elektrischen Ableitungen versehen, die elektrostatische Aufladungen durch die Reibung der Staubpartikel verhindern. Das hilft uns aber wenig, wenn die Gebläse bei einer Störung Funken durch die Leitung schicken“, erklärt der Geschäftsführer.

Das Risiko der Funkenbildung besteht theoretisch dann, wenn sich die Drehkolben beim Delta Blower oder die Rotoren eines Schraubenverdichters (Delta Screw) berühren, z.B. bei einem Lagerbruch. Durch den besonderen konstruktiven Aufbau der Aerzener Schalldämpfer als Resonatoren (absorptionsmittelfrei) werden diese Funken zuverlässig gestoppt und verlöschen. „Die Funkenfänger sind bei Aerzen vom TÜV zertifiziert. Das hat uns ein weiteres Mal überzeugt.“

Und was kommt nach dem Beladen? Für das Entladen beim Kunden setzt Siloadmaxx ebenfalls auf Drucklufttechnologie und Gebläse von Aerzen. Hier übernimmt die Luft die Aufgabe, das stark verdichtete Transportgut wieder fließfähig zu machen. „Sie kennen dieses Verhalten von Mehltüten und Zementsäcken“, meint Hanses. Sein Unternehmen hat dafür das Container-Quick-Flow-System (CQF) entwickelt. Die mobile Einheit wird an den Container gehängt und fluidisiert die Fracht wieder, mit gezielten Druckluftströmen am Boden des Containers. 

* Der Autor ist freier Fachjournalist.

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