Anlagenplanung Planungszeiten verkürzen und Kosten senken durch integriertes Planen

Redakteur: Dr. Jörg Kempf

Flexibel und effizient sollte die Anlagenplanung im Idealfall sein. Doch unterschiedliche Datenformate in den einzelnen Planungsschritten verursachen Brüche im Gesamtprozess. Die Lösung: Durchgängigkeit.

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Der allgemeine Planungsprozess ist im Lebenszyklus jeder verfahrenstechnischen Anlage ein sehr wichtiger Schritt. Denn in dieser Phase wird das technische, organisatorische und wirtschaftliche Fundament gelegt: Auf den hier erzielten Ergebnissen beruhen die anschließenden Phasen bis hin zum Betrieb, zusätzlich nutzen auch moderne Instandhaltungssysteme die Daten aus der Projektierung. Der Workflow im Planungsprozess ist allerdings eine Herausforderung, und die Handhabung der Planungdaten entwickelt sich schnell zum Zeit- und Kostentreiber, weil an der Planung viele Gewerke beteiligt sind. Die wichtigsten davon sind:

  • verfahrenstechnische Planung,
  • Anlagenplanung,
  • prozessleittechnische Planung (PLT-Planung).

Bruchstellen im Gesamtprozess

Die Werkzeuge und Datenfomate der Gewerke unterscheiden sich: Die Basisplanung arbeitet z.B. mit R&I-Fließbildern und Messstellenlisten, aus denen in der Detailplanung Funktionspläne, Messstellen- und Hardwaretypen entstehen. Im PLT-Engineering werden die Daten schließlich zur Erstellung des Automatisierungsprogramms verwendet.

Weil die Gewerke die Planungsdaten jeweils in dem für ihre Arbeit benötigten Format bearbeiten und anschließend weitergeben, ist eine Konsistenz der Daten höchstens bei der Übergabe wichtig. Dies führt jedoch zu vielen Brüchen im Gesamtprozess.

Damit der Engineering-Workflow effizient wird, ist die Durchgängigkeit der Werkzeugkette entscheidend. Mit den Verbesserungsmöglichkeiten, die im Anlagen-Engineering schlummern, befassen sich derzeit diverse internationale Organisationen:

  • GMA 6.12: Durchgängiges Engineering von Leitsystemen;
  • VDI/VDE 3695: Engineering von Anlagen – Evaluieren und Optimieren des Engineerings;
  • DIN EN 62424: Darstellung von Aufgaben der Prozessleittechnik – Fließbilder und Datenaustausch zwischen EDV-Werkzeugen zur Fließbilderstellung und CAE-Systemen;
  • NE 100: Nutzung von Merkmalleisten im PLT-Engineering-Workflow.

Die Ergebnisse, zu denen sie kommen, bilden die Grundlage für eine Methodik, mit der die Potenziale ausgeschöpft werden können. Teilweise werden konkrete Handlungsempfehlungen für Softwarehersteller und Anwender gegeben.

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