Wasserentsalzung Per Sonnenkraft zu grünem Trinkwasser

Von Dominik Stephan 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Die Wasserentsalzung hat aufgrund Ihres Energiebedarfs bei Umweltfreunden keinen allzu guten Ruf – doch ein neues Verfahren schickt sich an das zu ändern. Solarthermie soll helfen, Wasser als Öllagerstätten nutzbar zu machen. Laufen lernen soll die Heliotube genannte Technologie dort, wo Sonne und Ölvorkommen, aber nicht Wasser, reichlich vorhanden sind: Auf der Arabischen Halbinsel, genauer im Oman.

Das österreichische Solartechnik-Unternehmen Heliovis hat ein innovatives solarthermisches Verfahren entwickelt, um emissionsfrei Wasserentsalzungsanlagen zu betreiben und Trinkwasser aufzubereiten.(Bild:  Heliovis)
Das österreichische Solartechnik-Unternehmen Heliovis hat ein innovatives solarthermisches Verfahren entwickelt, um emissionsfrei Wasserentsalzungsanlagen zu betreiben und Trinkwasser aufzubereiten.
(Bild: Heliovis)

Wo Öl ist, ist auch Wasser: Lagerstättenwasser kommt natürlich in Ölfeldern vor und wird zusammen mit dem „schwarzen Gold“ an die Oberfläche gepumpt. Doch da es mit Mineralsalzen, Schwermetallen und Kohlenwasserstoffverbindungen belastet ist, kann es nicht weiter verwendet werden, sondern wird typischerweise direkt wieder ins Bohrloch zurück gepumpt oder in Verdunstungsteiche gekippt.

So viel investiert die chemisch-pharmazeutische Industrie in Umweltschutz
Bildergalerie mit 8 Bildern

Doch gerade in der arabischen Wüste ist Wasser wertvoll – kein Wunder, dass hier die erste solarthermische Wasserentsalzung entstehen soll, die aus Lagerstättenwassen wertvolles Trinkwasser gewinnen soll. Das besondere: Anders als herkömmliche Entsalzungsanlagen geschieht dasvöllig emissionsfrei und nur mit der Kraft der Sonne.

Dahinter steckt ein innovatives solarthermisches Verfahren des österreichischen Solartechnik-Unternehmen Heliovis: Dabei wird solarthermische Energie genutzt, um eine Wasserentsalzungsanlage mit Vorwärtsosmose (FO oder forward osmosis) anzutreiben, die das Lagerstättenwasser, das dreimal salziger als Meerwasser ist, in Trinkwasser umzuwandeln.

Das Herzstück des Verfahrens ist die Heliotube-Technologie der Österreicher, welche recycelbare, aufblasbare Schläuche und Spiegelfolien verwendet, um Sonnenlicht zu sammeln und zu konzentrieren, um so industrielle Prozesswärme ohne fossile Brennstoffe zu gewinnen. „Die Technologie bietet erhebliche Kostenvorteile bei der Herstellung, Logistik, Installation, Instandhaltung, Wartung und dem Frischwasserverbrauch im Vergleich zu herkömmlichen Parabolrinnen mit gebogenen Glasspiegeln“, erklärt Felix Tiefenbacher, CEO von Heliovis.

Solarwasser am Golf – aber nicht nur

Das überzeugt auch den Anlagenbauer Pörner (Wien), der mit seinem Kompetenzzentrum „Pörner Water“ dem Verfahren im Oman Leben einhauchen soll. Hier errichtet Pörner im Auftrag der ARA Petroleum eine erste Lagerstättenwasser-Entsalzung mittels Solarwärme. Das Projekt sei „eine strategische Gelegenheit für uns, Solarenergie als nachhaltige Energiequelle zu erschließen, um den CO2-Fußabdruck unseres Betriebs zu minimieren“, erklärt dementsprechend Omar al Jaaidi, General Manager von ARA Petroleum Exploration & Production. Das Energieunternehmen hat als Standort für die Anlage mit einer geplanten Kapazität von 140 Kubikmetern Trinkwasser pro Tag das Ölfeld Qarat al Milh im Oman ausgesucht.

Für Pröner soll es nicht bei einem einzigen Projekt bleiben: Die Heliotube-Verfahrenstechnik habe großes Potenzial für zahllose Einsatzfelder, in denen industrielle Wärme benötigt wird. Die Wiener Anlagenplaner jedenfalls wollen auch weiterhin das Basic- und Detail-Engineering für entsprechende Projekte übernehmen – immerhin scheint die Sonne ja nicht nur in der Wüste Arabiens.

(ID:49416685)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung