Klärschlammverwertung Optimierte Schlammtrocknungsanlage senkt Wartungskosten um 30 000 Euro
Eine Schlammtrocknungsanlage im niederländischen Beverwijk musste mit hohen Wartungskosten und häufigen Störfällen kämpfen. Wie die Wasserbehörde Hollands Noorderkwartier (HHNK) diese Probleme mit dem Austausch eines langen Förderbands durch einen Schneckenwärmetauscher und zwei verbundenen Förderschnecken in den Griff bekam und dadurch die Wartungskosten um 30 000 Euro pro Jahr senkte, lesen Sie hier.
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Die Schlammtrocknungsanlage der Wasserbehörde Hollands Noorderkwartier (HHNK) im niederländischen Beverwijk verarbeitet den Abfallstoff Klärschlamm zu Brennstoff für die Verbrennungsanlage HVC in Alkmaar. Die Wasserbehörde sieht sich bereits seit Jahren mit hohen Wartungskosten, einer hohen Störfallfrequenz und Sicherheitsrisiken durch Selbsterwärmung sowie Staub- und Geruchsbelästigung konfrontiert. In Zusammenarbeit mit Celsius BV aus Drunen hat HHNK die Probleme in Angriff genommen und die Anlage in eine sichere, störungsfreie und energieschonende Anlage umgewandelt. In den nächsten Jahren unterstützt Celsius BV die kosteneffiziente Verwaltung dieser Anlage durch ein Asset Management.
In der Abwasserreinigungsanlage wird der Schlamm entwässert und zu trockenem Klärschlamm verarbeitet. Der Trockenmassegehalt dieses Klärschlamms beträgt anschließend noch 18 bis 23 % und eignet sich daher noch nicht als Sekundärbrennstoff für die Verbrennungsanlage. In der Schlammtrocknungsanlage durchläuft der entwässerte Schlamm deshalb erst noch ein Trocknungs- und Kühlungsverfahren unter Verwendung eines Schneckenwärmetauschers. Der getrocknete Schlamm kommt in Granulatform aus der Trocknung und hat dann einen Trockenmassegehalt von 90 bis 93 %. Jährlich verarbeitet die Schlammtrocknungsanlage von HHNK etwa 100 000 Tonnen entwässerten Schlamm zu 22 000 Tonnen Brennstoffgranulat.
Die entscheidende Optimierung
Die entscheidende Optimierung des Schlammtrocknungsverfahrens gelang durch den Austausch des langen Förderbands durch einen Schneckenwärmetauscher (oder Schneckenkühler) sowie zwei verbundene Förderschnecken. Das alte Förderband beschränkte sich auf den Transport des Granulats vom Trockner ins Lagersilo. Der Schneckenkühler ist hingegen in der Lage, das Granulat während des Transports 30 bis 40 °C abzukühlen. Anschließend wird das Granulat über eine lange vertikale Rohrschnecke und eine horizontale Rohrschnecke ins Lagersilo transportiert. Durch diese optimierte Anordnung wurde die Gefahr durch Selbsterwärmung im Lagersilo beseitigt und entspricht das Granulat jetzt den Temperaturanforderungen der Verbrennungsanlage.
Der Schneckenwärmetauscher aus Edelstahl 316L besteht aus einer Doppelschnecke in einem Trog mit einer Kapazität von 2.000 kg/h. Nachdem das Granulat den Kühler erreicht hat, fließt es langsam an den gekühlten Schnecken und am Gehäuse entlang. Vom Einlauf bis zum Auslauf legt der Klärschlamm etwa 9 Meter zurück. Dabei senkt sich die Temperatur des Klärschlamms von 85 auf etwa 40 °C. Im doppelwandig ausgeführten Gehäuse des Schneckenkühlers sowie in den hohlen Schnecken fließt gereinigtes Abwasser aus der Abwasserreinigungsanlage. Die Temperatur dieses Kühlwassers beträgt etwa 30 °C. Während des Verfahrens steigt diese Wassertemperatur etwa um 2,5 °C.
Schneckenförderer laut Lebenszyklusanalyse deutlich effizienter
Die alten Förderbänder waren sehr störungs- und wartungsanfällig, und durch undichte Stellen kam es zu Staub- und Geruchsbelästigung. Eine im Rahmen eines Asset Managements von HHNK durchgeführte Lebenszykluskostenanalyse ergab, dass der Einsatz von Förderschnecken in allen Belangen eine bessere Lösung sei. Denn ein Schneckenförderer erfordert weniger Wartung und funktioniert in der Regel störungsfrei.
Außerdem gehört durch den Einsatz einer geschlossenen Rohrschnecke die Staub- und Geruchsbelästigung der Vergangenheit an. Celsius BV hat somit die Wartungskosten für HHNK um rund 30 000 Euro pro Jahr gesenkt. Darüber hinaus verbraucht die Gesamtanlage erheblich weniger Strom.
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