Eine weitere Maßnahme zur Oberflächenbehandlung ist das Elektropolieren von Edelstahl, das zur Herstellung hochwertiger funktioneller oder dekorativer Oberflächen dient. Aber auch hier erfordern neue Werkstoffe und Legierungen sowie neue Einsatzbereiche eine Weiterentwicklung der Oberflächentechnik. Vereinfacht ausgedrückt ist das Elektropolieren ein umgekehrter galvanischer Prozess.
Dabei fungiert das Edelstahlwerkstück als Anode, das mit Gegenkathoden versehen und in einem Elektrolyten einer Gleichspannung ausgesetzt wird. Dabei werden hauptsächlich Mikrorauheiten abgetragen ohne dass das Werkstück geschädigt wird. Dadurch entsteht eine glatte und glänzende Oberfläche, die korrosionsbeständig ist und hohen hygienischen Ansprüchen, wie sie etwa in der Pharma- und Lebensmittelindustrie herrschen, entsprechen.
Poligrat hat nun den neuen Elektrolyten E 269 entwickelt, der den Verbrauch an Edelstahl und Material reduziert und sich zur Bearbeitung aller Edelstahlqualitäten eignet. Dies bedeutet, dass erstmals gleichermaßen austenitische, ferritische und martensitische Edelstähle sowie Duplexstähle elektropoliert werden können.
Fazit
Neben der Werkstoffauswahl ist die Oberflächenqualität wesentlich für Lebensdauer und Verfügbarkeit eines Bauteils. Die professionelle Bearbeitung metallischer Oberflächen durch chemische und elektrochemische Veredelung entscheidet über Eignung, Leis-tung und Betriebskosten. Poligrat-Verfahren werden daher weltweit eingesetzt, wenn Oberflächen hohen Anforderungen an Funktion oder Aussehen genügen müssen.
* Der Autor ist Geschäftsführer der Poligrat GmbH in München.E-Mail-Kontakt: info@poligrat.de