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So funktioniert das neue Verfahren
Das neue Beizverfahren Polinox VA 100 benutzt nur Flusssäure in wässriger Lösung. Das Verfahren arbeitet zweistufig, mit jeweils der gleichen Säurekonzentration. Einer Aktivierung mit einer Dauer von einigen Minuten folgt ohne Zwischenspülen der eigentliche Beizvorgang. Die Beizlösung enthält als Zusatz ein speziell stabilisierendes Wasserstoffperoxid im Überschuss.
Die Säurekonzentration wird gewählt gemäß dem zu beizenden Werkstoff, der gewünschten Beizgeschwindigkeit und der Anforderung, ob Oxide und Eisenkontaminationen mit Abtrag des Grundwerkstoffs oder unter Beibehaltung des Oberflächenfinishs entfernt werden sollen.
Die Behandlung der Spülwässer und Konzentrate erfolgt durch Neutralisation mit Kalkmilch. Dabei werden die Flusssäure als Kalziumfluorid (Feldspat) und die Schwermetalle als reine Metallhydroxide gefällt und durch Filtration ausgeschieden. Eine zweistufige Neutralisation und Filtration ermöglicht die Trennung in Fluoride und Hydroxide, die sich zur Wiederverwendung eignen. Das Filtrat wird wieder dem Spülwasser zugeführt.
Alle Edelstähle sind geeignet
Das Beizverfahren Polinox VA 100 ermöglicht erstmals eine Beizbehandlung aller Edelstahlsorten, speziell niedrig legierte ferritische und martensitische Stähle sowie Lean Duplex ohne Gefahr von Wasserstoffversprödung. Das Beizen kann wahlweise unter Wahrung der Oberflächenqualität oder mit Metallabtrag erfolgen. Die Beizgeschwindigkeit bei vergleichbarer Säurekonzentration und Temperatur liegt um mind. 25 Prozent über der herkömmlicher Verfahren.
Das Verfahren kann abwasserfrei betrieben werden und benötigt diesbezüglich keine Genehmigungen. Die Säuren und Metalle können in verwertbarer Form wiedergewonnen werden, sodass die Ressourcen geschont werden und kein Sondermüll entsteht. Das Beizverfahren ist frei von Mineralsäuren und Wasserstoffversprödung. Es kann für alle Legierungen und Gefüge ab einem Chromgehalt von zehn Prozent eingesetzt werden.
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