Explosionsschutz

Neue Normen für den Explosionsschutz

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Kritisch anzumerken ist, dass durch das Paket der Kennzeichnungsänderungen (es werden noch weitere kommen) folgenschwere Verwechslungen nicht auszuschließen sein werden, werden doch einige gleiche Buchstaben – zwar unterschieden in Groß- und Kleinschreibung – verwendet, die dann aber ganz unterschiedliche Bedeutung haben: Es kommt darauf an, an welcher Stelle sie stehen.

Anpassung an neue Normen

Die Atex-Richtlinie sieht vor, dass nach Erscheinen einer neuen Norm ein bereits zertifiziertes Produkt hinsichtlich der Anforderungen der neuen, dann harmonisierten Norm überprüft wird, woraus sich unter Umständen Maßnahmen ergeben können. Nach einer Übergangszeit verliert dann die alte Norm ihre Gültigkeit, und damit entfällt deren Konformitätsvermutung. Experten gehen davon aus, dass neue Ausgaben von Normen alle drei bis fünf Jahre erscheinen werden. Die Verantwortlichkeit für die Überprüfung liegt beim Hersteller.

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Dazu gibt es mehrere Szenarien. Im einfachsten Fall haben neue Normenausgaben keine Auswirkung auf das Produkt, abgesehen von der Kennzeichnungsänderung. Im schwierigsten Fall muss das Produkt an neue Anforderungen konstruktiv angepasst werden, was dann auch prüftechnische Nachweise zur Folge haben kann. So wurde z.B. die Energiegröße bei der Schlagprüfung von Kunststoffgehäusen nach der Alterung für Kategorie-3-Geräte heraufgesetzt. Bei Zulassungen von Geräten der Kategorie 1 und 2 ist die Prüfstelle mit einzubeziehen, denn der Hersteller kann seine Konformitätserklärung in diesen Fällen nur auf der Basis einer EG-Baumusterprüfbescheinigung erstellen. Und diese sollte natürlich ebenfalls auf dem neuesten Stand der Vorschriften sein.

Kunden und Anwender von Geräten für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen sind darauf angewiesen, diese immer mit aktuellen Zertifikaten geliefert zu bekommen, um sie in ihrem Explosionsschutzdokument, das für jede Ex-Anlage zu erstellen ist, korrekt aufnehmen zu können (Richtlinie 1999/92/EG).

Bereits installierte ältere Geräte in Anlagen müssen jedoch dann nicht ersetzt werden, wenn sie zum Zeitpunkt des Inverkehrbringens den Anforderungen der damaligen harmonisierten Normen entsprochen haben. Nur in ganz seltenen Fällen könnte ein Geräteaustausch notwendig werden, nämlich dann, wenn sich der sicherheitstechnische Erkenntnisstand in einer Normenneuausgabe wesentlich geändert haben sollte.

Der Autor ist Mitarbeiter der Norgren GmbH, Fellbach.

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