Chemisches Recycling Neue Recyclinganlage soll Plastikabfälle in Rohstoffe verwandeln

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Im Chemiewerk von Lyondellbasell in Wesseling entsteht eine neue Anlage, die aus Kunststoffverpackungen neue Rohstoffe machen soll. Zur Grundsteinlegung kam hoher Besuch.

Olaf Scholz, Hendrik Wüst und Peter Vanacker, CEO von Lyondellbasell (von links), bei der symbolischen Grundsteinlegung der Recyclinganlage.(Bild:  Lyondell Basell)
Olaf Scholz, Hendrik Wüst und Peter Vanacker, CEO von Lyondellbasell (von links), bei der symbolischen Grundsteinlegung der Recyclinganlage.
(Bild: Lyondell Basell)

Aus Plastikmüll wird Rohstoff: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat am Donnerstag in Wesseling bei Köln an der Grundsteinlegung für eine Kunststoff-Recyclinganlage des US-amerikanischen Chemiekonzerns Lyondellbasell teilgenommen.

Die Anlage im Industriemaßstab soll ab Anfang 2026 Haushalts-Kunststoffabfälle in Ausgangsmaterial für die Produktion neuer Kunststoffe verwandeln. Bis zu 50.000 Tonnen Abfälle soll sie jedes Jahr verarbeiten. Nach Angaben der Firma soll sie die Menge an Kunststoffverpackungsabfällen recyceln, die von mehr als 1,2 Millionen Bundesbürgern pro Jahr erzeugt wird. Das Unternehmen investiere einen dreistelligen Millionenbetrag in die Anlage. Auch die EU fördert das Projekt mit 40 Millionen Euro.

„Das langfristige Ziel ist klar: möglichst gar kein Plastikmüll mehr. Aber bis dahin brauchen wir noch eine Weile“, sagte Scholz. Jeder Schritt auf dem Weg zu diesem Ziel sei daher ein guter. „Und diese Recyclinganlage ist ein großer Schritt in die richtige Richtung.“

Für die Kreislaufwirtschaft sprächen nicht nur ökologische Gründe, betonte der Kanzler. Auch wirtschaftlich rechnete sich das. „Und selbst sicherheitspolitisch ergibt die Kreislaufwirtschaft Sinn. Weil wir uns damit unabhängiger machen von Rohstoff-Importen aus Regionen, von denen wir womöglich nicht einseitig abhängig sein möchten.“ Er verwies in diesem Zusammenhang auf die geplante Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie. Laut Scholz soll sie bis Ende des Jahres verabschiedet werden.

Auch am benachbarten Firmenstandort in Hürth-Knapsack will Lyondellbasell eine Anlage für die Verarbeitung von Kunststoffabfällen errichten. Dort soll ein Recycling- und Weiterverarbeitungszentrum entstehen. In der ersten Phase ist eine Sortieranlage geplant, die gemischte Kunststoffabfälle verarbeiten soll. „Beide Investitionen in Höhe von mehreren Hundert Millionen Euro unterstützen das Ziel des Unternehmens, bis 2030 jährlich mindestens zwei Millionen Tonnen recycelte und erneuerbare Polymere zu produzieren und zu vermarkten“, erklärte ein Firmensprecher im Vorfeld des Scholz-Besuchs. Langfristig sollen die Investitionen nach seinen Worten dazu beitragen, die Chemieregion Köln als „Leuchtturm des Kunststoffrecyclings“ zu etablieren.

Hendrik Wüst, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, nahm ebenfalls an der Grundsteinlegung teil. Er sagte, Nordrhein-Westfalen wolle als größter Chemie-Standort in Deutschland einerseits klimaneutral werden, gleichzeitig aber ein starkes Industrieland bleiben. Mit der neuen Recyclinganlage setze die Firma Lyondellbasell wichtige Impulse für eine Kreislaufwirtschaft in der Kunststoff- und Chemieindustrie. Lyondellbasell-CEO Peter Vanacker sagte, er gehe davon aus, dass Arbeitsplätze im „dreistelligen Bereich“ geschaffen würden.

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