BASF Unternehmensstrategie 2020

Neue BASF-Strategie etabliert Nachhaltigkeit als Werttreiber

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Strategischer Hebel Nr. 1: Portfolio Management

Die BASF liefert Produkte und Lösungen für fast alle Industrien; das Portfolio reicht von Öl und Gas über das klassische Chemikalien-Geschäft und maßgeschneiderte Produkte bis zu funktionalen Materialien und Systemlösungen. Früher war die Entwicklung neuer Moleküle im Fokus, heute entstehen neue Materialien und Systemlösungen vielmehr aus der Kombination von Know-how aus unterschiedlichen Disziplinen, beispielsweise im Bereich Batterien und Membranen. Dies müsse beim Portfoliomanagement berücksichtigt werden, wie Bock erklärte. Zwar werde das Geschäft mit klassischen Chemikalien absolut gesehen weiter wachsen, doch die Bereiche Customized Products und Functionalized Materials & Solutions werden im Portfolio an Gewicht gewinnen. Dies soll, so Bock, in erster Linie durch Zukäufe erfolgen.

Strategischer Hebel Nr. 2: Marktorientierung

"Den Vorteil unseres breiten Portfolios wollen wir künftig noch stärker bei Kunden nutzen", unterstrich Dr. Martin Brudermüller, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der BASF. Hierbei soll die Industrieexpertise und Ausrichtung auf die Kundenbranchen weiter ausgebaut werden, um schnell und kompetent auf Kundenbedürfnisse reagieren zu können. Als Beispiels führte Brudermüller das gemeinsam mit Daimler entwicklte Concept Car Smart Forvision auf. Auch im Bereich Windenergie sieht BASF große Chancen für ein Chemieunternehmen. "Wir versprechen uns im Jahr 2020 300 Millionen Euro jährlichen Umsatz", so Brudermüller.

Strategischer Hebel Nr. 3: Innovationen für eine nachhaltige Zukunft

Künftig sollen Geschäftsentscheidungen noch stärker in Richtung Nachhaltigkeit gesteuert werden. Mehr Nachhaltigkeit lasse sich aber nur über Innovationen erreichen, so Brudermüller. Im Jahr 2020 will BASF 30 Milliarden Euro Umsatz und sieben Milliarden Euro des EBITDA über Produkte erreichen, die weniger als zehn Jahre auf dem Markt sind. Für BASF gibt es entlang der gesamten Industrie zahlreiche Wachstumsfelder, wie Brudermüller betonte. Als Beispiel verwies er auf die neu gegründete Geschäftseinheit Battery Materials, mit der sich BASF als Systemanbieter für die Batterieherstellung etablieren will. Ein weiteres großes Wachstumsfeld sei der Bereich Water Solutions: 800 Millionen jährlichen Umsatz will BASF im Jahr 2020 hier erreichen.

Strategischer Hebel Nr. 4: Investitionen

Zwischen 2011 und 2020 plant BASF insgesamt Investitionen in Sachanlagen von 30 bis 35 Milliarden Euro, der Anteil werde der Investitionen werde sich weiter in die Emerging Markets verschieben.

Zwischen 2011 und 2015 plant BASF Investitionen von rund 15 Milliarden Euro, um das organisches Wachstum weiter voranzutreiben, davon werde 30 bis 40 Prozent in Schwellenländern investiert. Wichtige bereits bekannte Projekte sind die Erweiterung des Verbundstandorts in Nanjing, der Aufbau eines weiteren Standorts in Malaysia, die MDI-Anlage in Chongqing sowie der Acrylsäure- und Superabsorberkomplex in Brasilien. Zwischen 2016 und 2020 sollen weitere 15 bis 20 Milliarden Euro investiert werden, 35 bis 45 Prozent davon in den Schwellenländern.

„Wir haben schon heute in Schwellenländern eine führende Position und schnell wachsende Geschäfte, die wir weiter ausbauen werden“, begründet Bock diese Entwicklung. Für 2020 rechnet das Unternehmen mit einem Umsatzanteil der heutigen Schwellenländer von 45 Prozent.

Strategischer Hebel Nr. 5:Akquisitionen

Akquisitionen gehören auch weiterhin zur Strategie, das machte BASF-Chef Bock deutlich. Interessant seien vor allem für die Geschäftsfelder Customized Products und Functionalized Materials & Solutions. Akquisitonen werden in den kommenden Jahren innovationsgetrieben sein. In Frage kämen Geschäftsbereiche, die schneller wachsen als der der Industriedurchschnitt sowie die einen großen Mehrwert für Kunden schaffen können, wie der BASF-Vize Brudermüller weiter ausführte.

Strategischer Hebel Nr. 6: Kosteneinsparungen und Operational Excellence

Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Ertragskraft soll auch das neue strategische Exzellenzprogramm Step beitragen, das als Nachfolger des Effizienzprogramms Next zu sehen ist: Bis Ende 2015 sollen die Maßnahmen rund eine Milliarde Euro zum Ergebnis beisteuern.

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