Restrukturierung Neuausrichtung und Optimismus: Curevac setzt auf Forschung und Innovation

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Nach den Herausforderungen rund um die Corona-Impfstoffentwicklung und umfassenden Restrukturierungsmaßnahmen stellt sich das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac neu auf. Mit einem Fokus auf Onkologie und Nicht-Atemwegserkrankungen sowie innovativen mRNA-Anwendungen sieht sich das Unternehmen für die Zukunft gerüstet.

Curevac will sich in seiner Forschung auf die Bereiche Onkologie und Nicht-Atemwegserkrankungen konzentrieren.(Bild:  Curevac)
Curevac will sich in seiner Forschung auf die Bereiche Onkologie und Nicht-Atemwegserkrankungen konzentrieren.
(Bild: Curevac)

Nach Millionenverlusten rund um die gescheiterte Entwicklung eines Corona-Impfstoffs fokussiert sich das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac auf die Forschung. „Das ist das, was Curevac stark macht: Forschung, Innovation und frühe klinische Entwicklung“, sagt Vorstandschef Alexander Zehnder.

Man wolle sich auf die Bereiche Onkologie und Nicht-Atemwegserkrankungen konzentrieren. „Mit der mRNA-Technologie wollen wir beispielsweise bakterielle Krankheiten angehen. Auch wiederkehrende Harnweg-Erkrankungen sind ein Thema“, sagt der CEO. Man sei mit verschiedenen möglichen Partnern aus der Pharmabranche hierzu in Gesprächen.

Die Lizenzrechte für mRNA-Grippe- und Covid-19-Impfstoffe hat das Unternehmen an den britischen Pharmakonzern GSK verkauft. Dieser Deal verschaffte den in finanzielle Notlage geratenen Tübingern Luft. Der Bund war 2020 über die Aufbaubank KfW mit 300 Millionen Euro bei Curevac eingestiegen und hält inzwischen noch einen Anteil von rund 13 %.

Endlich wieder schwarze Zahlen

Im dritten Quartal wies Curevac das erste Mal seit der Corona-Pandemie wieder schwarze Zahlen aus. Innerhalb der Lizenzvereinbarung mit einem Wert von bis zu 1,45 Milliarden Euro gingen Lizenzen an GSK. Curevac erhielt eine Vorauszahlung von 400 Millionen Euro. Die Impfstoffkandidaten wurden auf der Grundlage von Kooperationsabkommen zwischen Curevac und GSK entwickelt. Curevac sieht sich laut Zehnder zumindest bis 2028 finanziell abgesichert.

Curevac macht sich schmaler

Während der Corona-Pandemie sei Curevac „sehr schnell gewachsen und (...) zu groß, zu kompliziert geworden“, sagt Zehnder. Von sieben Hierarchieebenen habe man inzwischen zwei abgeschafft und Abteilungen zusammengelegt.

2024 trennte sich Zehnder von 300 Mitarbeitern. Es gab keinen Sozialplan; Freiwilligenprogramme wurden angeboten. Die Abfindungsprogramme liefen noch, es gebe wenige Härtefälle. Ob Klagen ins Haus stehen, konnte Zehnder nicht sagen. Diese Restrukturierungsmaßnahmen sollen bis Ende Januar abgeschlossen sein.

Der Stellenabbau hat Geld gekostet. Veranschlagt waren 15 Millionen Euro. Bis jetzt – und ohne mögliche Klagen – wurden rund 14 Millionen Euro für Abfindungen ausgegeben. Zehnder betont, dies sei ohne Kündigungen gelungen. Mit dem Stellenabbau würden etwa 30 % der Betriebskosten von 2025 an wegfallen.

Rechtsstreit mit Biontech

Daneben gehen 2025 noch mehrere Rechtsstreitigkeiten mit Biontech um ein Corona-Impfstoffpatent weiter, in Deutschland, den USA und Großbritannien. Im Schadenersatz-Streit zwischen Curevac und Biontech um ein Corona-Impfstoffpatent hatte das Landgericht Düsseldorf sein Urteil Ende 2023 vertagt. Zuvor hatte das Bundespatentgericht das strittige Curevac-Patent für nichtig erklärt. Curevac legte im Mai 2024 dagegen Berufung ein. Der Rechtsstreit wurde ausgesetzt, bis der Bundesgerichtshof über den Rechtsbestand des strittigen Patents entscheidet.

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