Prozessleitsysteme NAMUR-Empfehlung 121 zeigt neue Wege für optimierte Beschaffung und langfristigen Betrieb von Prozessleitsystemen
Aktuelle Prozessleittechnik basiert auf hochdynamischer IT. Wie kann ein Betriebsingenieur dafür sorgen, dass das leittechnische System möglichst lange betriebsfähig bleibt und sich gleichzeitig die Kosten für notwendige Hochrüstungen im Rahmen bewegen? Eine neue NAMUR-Empfehlung gibt darauf Antworten.
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Die Automatisierung ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor auf dem Weg zu einer besseren Anlagenausnutzung und einer effizienteren Produktion in der Prozessindustrie geworden. Dies liegt nicht zuletzt an der hohen Funktionalität und der guten Integration der leittechnischen Systeme im Unternehmen. Die aktuelle Technik führt jedoch zu einigen Herausforderungen: Die kostenintensive Basisautomatisierung mit reifen, wohldefinierten funktionalen Anforderungen basiert auf relativ kurzlebigen IT-Komponenten.
Das ist wegen der notwendigen Kopplungen zu innovativen und dynamischen IT-Systemen des Enterprise Resource Planning (ERP) auch erforderlich. So stoßen mitunter Welten aufeinander, etwa wenn Anlagen und ihre Leitsysteme zwischen 10 und 20 Jahren in Betrieb sein sollen, die dazu gehörige IT aber bereits nach wenigen Jahren auf den neuesten Stand gebracht werden muss.
Eine neue NAMUR-Empfehlung – die NE 121 – zeigt nun einen methodischen Weg, um Beschaffung und Betrieb industrieller Leittechnik gerade im Hinblick auf die langfristigen Kosten zu optimieren. Dabei geht es nicht nur um die Pflege der einmal gelieferten Technik, sondern auch darum, dass die Betriebsfähigkeit und Integrität des leittechnischen Systems mit minimierten Kosten über einen definierten Zeitraum aufrecht erhalten werden kann.
Obsoleszenzmanagement im Fokus
Einen wesentlichen Raum in der NE121 nimmt dabei das Obsoleszenzmanagement (Veralterungsmanagement) ein. Dazu ist ein Geschäftsmodell der Systemhersteller nötig, das der Kundenbindung eine hohe Priorität einräumt. Es beinhaltet eine hohe Qualität der Informationspolitik gegenüber dem Anwender, die planbare Unterstützung installierter Komponenten, das Management von Produkt-Know-how sowie die Entwicklung von Pflege- und Ersatzteilbeschaffungskonzepten und ggf. Substitionslösungen.
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