Anbieter zum Thema
Der Investitionsschutz orientiert sich an Aussagen zur voraussichtlichen Betriebszeit der Anlage und vorhersehbaren Erweiterungen, die bereits bei der Konzeption der Systeme berücksichtigt werden sollen. Die Total Cost of Ownership berücksichtigt auch die Folgekosten der Installation. Diese umfassen Instandhaltungskosten und die Kosten von Maßnahmen, um das System trotz der permanenten Weiterentwicklung im IT-Umfeld jederzeit auf einem servicefähigen Stand zu halten.
Die automatisierungstechnische Fachplanung konkretisiert die Anforderungen des betrieblichen Lastenhefts. Dabei gilt: Was nicht spezifiziert ist, wird später nach Gutdünken angenommen. Der Anbieter ist frei, diese Freiräume zu seinem Vorteil zu interpretieren. Erfolg, d.h. Erfüllung der nicht spezifizierten Anforderungen ist dann Zufall. Bei marktgängigen Produkten können demnach nur Eigenschaften vorausgesetzt werden, die für typische Anwendungen im Automatisierungsbereich zwingend erforderlich sind. Spezifische Aussagen über Verfügbarkeit und Investitionsschutz aber sind in einem Großteil des Automatisierungsmarkts weniger relevant. Daher können diesbezügliche Produkteigenschaften nicht vorausgesetzt werden.
Wege bei der Beurteilung
Bislang wurde der Anbieterkreis häufig heuristisch, oft aufgrund relativ vager Informationen und Referenzen erstellt. Die NE 121 empfiehlt dagegen eine systematische Evaluierung des Marktes, der Anbieter und der Produkte. Dabei sind die Aspekte Funktionalität, Stabilität, Verfügbarkeit, Nachhaltigkeit und Obsoleszenzmanagement zu beachten.
Die NE 121 richtet das Auge auf die Qualitätssicherung bei der Entwicklung der Systeme einschließlich der Erarbeitung der Entwicklungsspezifikation für Verfügbarkeit und Nachhaltigkeit. Qualität entsteht so aufgrund wohldefinierter und geeigneter Entwicklungsprozesse und kann durch Beurteilung dieser Prozesse bewertet werden. Dazu existieren Prozessmodelle (CMMI, SPICE ...) zur Beurteilung und Verbesserung der Qualität von Produktentwicklungsprozessen und Organisationen. Es wird also nicht nur das fertige Produkt, sondern insbesondere der Entwicklungsprozess evaluiert.
Vorsicht gegenüber vorgefertigten Modulen
Ein Beispiel: Vorsicht gilt es gegenüber vorgefertigten Modulen, z.B. Zukaufsoftware, zu wahren. Zwar lässt sich damit schnell eine vorzeigbare Lösung erstellen, bei solchen Modulen kann es aber später zu Problemen kommen, die nicht oder schwer behebbar sind. Die sich daraus ergebenden Abhängigkeiten von Vorlieferanten etc. werden häufig zu Beginn einer Entwicklung unterschätzt.
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