Meilensteine der Industrie

Mutter aller Normpumpen

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Die Praktiker interessiert darüber hinaus die Zuverlässigkeit ihrer Anlage und der in ihr verbauten Komponenten. Dank erhöhter Steifigkeit kann das Gehäuse heute höhere Rohrleitungskräfte und Rohrleitungsmomente aufnehmen. Es gab weitere konstruktive Änderungen, so wurde der Lagerträger noch einmal verstärkt, um Schwingungen im Betrieb zu vermindern.

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Heute ist auch bei wechselnden Betriebsbedingungen und bei feststoffbelasteten Medien dank einer gekammerten Gehäusedichtung sowie eines optimierten Gehäusedeckels ein zuverlässiger Betrieb möglich. Überdies besitzt die Pumpe gute Saugeigenschaften und ermöglicht einen nahezu kavitationsfreien Betrieb. Dadurch ergeben sich weniger Verschleiß und mehr Laufruhe. Insgesamt stehen nun 43 Baugrößen zur Verfügung.

Moderne Computertechnik ermöglicht weitere Verbesserungen der Etanorm

Frankenthaler Strömungstechniker überarbeiteten alle hydraulischen Konturen mithilfe von „Computational Fluid Dynamics“ der „Finite-Elemente-Methode“ und führten zahlreiche praktische Tests durch. An einigen Baugrößen gab es aus Hydrauliksicht nichts mehr zu optimieren, allerdings konnte man bei 23 Baugrößen noch einmal Verbesserungen erzielen. Das Ergebnis waren auch zusätzliche Baugrößen für kleine Fördermengen, mit denen sich näher an den optimalen Betriebspunkt heranfahren lässt. Eine andere Neuerung war der zweipolige Betrieb bei Baugrößen mit Laufrad-Nenndurchmesser über 315 mm – zuvor war er nicht möglich gewesen, weil er die Pumpe zu sehr belastete.

Zusätzlich werteten die KSB-Spezialisten auch viele Einsatzsituationen aus. Die Etanorm ist zwar eine klassische Reinwasserpumpe, die man üblicherweise in nicht abrasiven Umgebungen einsetzt. Doch die Realität sieht oft anders aus. Feststoffe wie Sand spielen zunehmend eine Rolle. Daher gestalteten die Konstrukteure den Wellendichtungsraum feststoffverträglicher. Weiter wurden die Voraussetzungen für Wartung und Instandhaltung erleichtert. Beispiele sind ein vergrößerter Dichtungsraum, der die Entlüftung optimiert, und die Verschraubung des Gehäusedeckels mit dem Lagerträger bei allen Baugrößen – in der Praxis genau die Dinge, die eine Wartung wesentlich vereinfachen.

Zusätzlich wurden Abdrückschrauben an der Schnittstelle zwischen Gehäusedeckel und Lagerträger gesetzt. Bei langem Betrieb kam es hier insbesondere bei Pumpen in Graugruss immer wieder zu einer schwer lösbaren Verbindung zwischen beiden Komponenten. Nun lässt sich der Deckel selbst nach vielen Betriebsjahren problemlos öffnen.

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