Ohne Zweifel hat sich der Big Bag als unkompliziertes Gebinde durchgesetzt. Allerdings kommt es immer vor, dass bei Herstellern auch kleinere Produktmengen angefordert werden. Für eine eigene Abfüllanlage für Kleingebinde reicht meist der Raum nicht. Hier kommt eine mobile Befüllstation, die einfach in eine bestehende Big-Bag-Staion eingestellt wird, ins Spiel.
Zur Umstellung auf Kleingebinde wird das Gestell einfach in eine der vorhandenen Big-Bag-Befüllstationen eingestellt.
(Bild: J. Engelsmann)
Für Hersteller von Waren, die für den Weiterverkauf bestimmt sind, ist die Frage nach dem richtigen Verpackungsgebinde nicht immer eindeutig zu beantworten. Auch wenn Big Bags als das am häufigsten eingesetzte Transport- und Lagermittel für Schüttgüter gelten, sind sie mit ihrer Füllmenge von 1000 bis 1500 l nicht für jeden Kunden geeignet. Vor allem, wenn es sich beim Abnehmer um einen kleinen Betrieb handelt oder ein Neukunde vorab eine kleinere Produktmenge testen möchte, sind Big Bags mit ihrer enormen Füllmenge überdimensioniert. In den meisten Produktionsbetrieben heißt es jedoch „Platz ist Geld“ und die Einrichtung einer eigenen Produktionslinie mit angeschlossener Kleingebindeabfüllung rechnet sich oft nicht.
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Vor dieser Herausforderung stand auch ein Hersteller von Plastikgranulaten, der immer wieder Anfragen über kleinere Produktmengen erhielt, die er nicht optimal bedienen konnte. J. Engelsmann konstruierte daraufhin eine mobile Abfüllung für Kleingebinde, die einfach in bereits vorhandene Big-Bag-Befüllstationen eingestellt werden kann. Bisher setzte der Betreiber lediglich Befüllstationen am Ende seines Herstellungsprozesses ein, um die Plastikgranulate zu verwiegen und abzufüllen. Anfragen über kleinere Produktmengen wurden per Hand erfüllt. Eine Kleingebindeabfüllung für Verpackungsmittel mit einer Füllmenge von 20 l, soll zukünftig Abhilfe schaffen.
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Die Herausforderung: Der Umbau einer der bestehenden Abfülllinien kam für den Betreiber nicht in Frage, dafür war die Nachfrage nach den kleineren Mengen nicht hoch genug. Vielmehr wollte der Betreiber die Kapazität der bestehenden Big-Bag-Stationen beibehalten und nur bei Bedarf auf eine Kleingebindeabfüllung umstellen. Besonders wichtig war ihm dabei, den Zeitaufwand für die Umstellung so gering wie möglich zu halten, um schnell auf Kundenwünsche reagieren zu können und die Bediener zu entlasten. J. Engelsmann kreierte eine autarke Abfüllstation, die in ihren Abmaßen perfekt an die Big-Bag-Stationen angepasst wurde und bei Bedarf einfach in diese eingestellt wird.
Für die großen Mengen
Engelsmann bietet selbstverständlich auch Abfüllstationen für große Mengen an, etwa für Big Bags, z.B. die Big-Bag-Befüllstation Jel Basic Line. Diese ist prädestiniert für die Befüllung, bei der ein wirtschaftlicher Einsatz im Vordergrund steht. Bei der Big-Bag-Befüllung wird der leere Big Bag in die Befüllstation eingebracht und an den vorhandenen Haken eingehängt und fixiert. Nach Anschluss des Big-Bag-Einlaufstutzens am Befüllkopf wird die Verbindung mit einer Einhandsackschnalle gesichert und der Befüllvorgang gestartet. Nach der Big-Bag-Befüllung wird die Verbindung zum Einlaufstutzen gelöst, der gefüllte Big Bag abgebunden sowie mithilfe eines Gabelstaplers ausgebracht.
Viel Funktion auf kleinem Raum
Das Grundgerüst der neuen Abfülleinheit bildet der Grundrahmen. In diesem Außengestell befindet sich die eigentliche Abfülleinheit, bestehend aus einer Plattformwaage mit Abfüllständer und Abfüllkopf, an den die leeren Gebinde angeschlossen werden. Dank der integrierten Stapleraufnahme, kann die Befüllstation schnell von A nach B transportiert werden. Sobald auf eine Kleingebindeabfüllung umgestellt werden soll, wird die Befüllstation mit einem Stapler aufgenommen und an eine der bestehenden Big-Bag-Stationen gefahren. Der vorhandene Big-Bag-Abfüllkopf und das Ladegeschirr müssen aus Platzgründen entfernt werden, bevor der Grundrahmen der Kleingebindeabfüllung einfach auf der U-Waage der Big-Bag-Station abgelassen werden kann.
Normalerweise müsste nun der Abfüllkopf an den vorgelagerten Produktionsprozess angeschlossen werden, in diesem Fall erfolgt der Anschluss jedoch über eine Siebmaschine. Die Integration einer Siebstufe um das Plastikgranulat vor der Abfüllung von Überkorn und Feinanteilen zu befreien, war eine der wichtigsten Zusatzoptionen für den Betreiber. Eine Rundsiebmaschine, die auf dem Grundgestell installiert wurde, fungiert nun als Kontrollsieb. Je nach Weiterverarbeitungsprozess des Kunden ist eine Abtrennung von Feinanteilen jedoch nicht immer notwendig. Werden diesbezüglich keine Grenzwerte vorgegeben, kann der Betreiber den zweiten Siebeinleger einfach durch ein Blindblech ersetzen, sodass nur noch zwei Fraktionen abgesiebt werden: das Gutkorn und die Grobanteile. Um zu verhindern, dass sich das Gewebe während der Siebung mit Steckkorn zusetzt, ist das Rundsieb zusätzlich mit einer Ultraschallabreinigung ausgestattet. Die Abreinigung löst das Steckkorn und eignet sich für sehr feine Schüttgüter.
Das von Grob- und Feinanteilen befreite Granulat fließt nach der Siebung über den Gutkornauslauf durch eine BFM-Manschette in den darunter liegenden Produktsammelbehälter. Ein Füllstandsmelder misst dabei kontinuierlich die Füllhöhe, um eine Überfüllung des Behälters bzw. einen Trockenlauf zu vermeiden. Über eine weitere Manschette fließt das Granulat schließlich vom Sammelbehälter durch den Abfüllkopf, in das daran angeschlossene Kleingebinde. Sowohl der Abfüllkopf als auch der Produktsammelbehälter sind an die bauseitige Aspiration angeschlossen, um eine besonders staubarme Materialaufgabe zu gewährleisten.
Um das eichpflichtige Gebinde zu befüllen, muss der Bediener lediglich die gewünschte Füllmenge in das höhenverstellbare Bedienpanel eingeben. Nun läuft die Befüllung so lange, bis das Sollgewicht erreicht wurde. Eine pneumatisch betätigte Absperrklappe, die sich unterhalb des Sammelbehälters befindet, schließt dann automatisch und stoppt somit die Befüllung. Der Bediener kann nun die Sackschnalle des Abfüllkopfs öffnen und das befüllte Gebinde entnehmen. Dank der hohen Automatisierung erreicht der Betreiber eine Durchsatzleistung von bis zu 1000 kg/h, ein Volumen das mit der manuellen Abfüllung per Hand niemals erreicht werden konnte. Alle produktberührenden Teile sind aus Edelstahl (1.4571 / 1.4404) sowie geschliffen und e-poliert mit einer Rautiefe von 0,6 µm. Alle sonstigen Teile sind aus V2A gefertigt.
Fazit: Durch die Erweiterung seiner Produktion mit einer Kleingebindeabfüllung bieten sich dem Kunden mehrere Vorteile: Aufträge über kleine Produktmengen können problemlos bedient werden, auch Produktproben werden nun häufiger zur Verfügung gestellt und als Verkaufsinstrument, z.B. zur Neukundengewinnung, genutzt. Dank der Ausführung als mobile Erweiterung der bereits bestehenden Big-Bag-Stationen konnte die Einrichtung ganz ohne Stillstandszeiten und Produktionsausfälle erfolgen.
Stand: 08.12.2025
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