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Mit Smart Safety stimmt die Chemie

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Seit dem Ichthys-LNG-Projekt spielt Hima in der ersten Liga

Ein weiterer wichtiger Höhepunkt der Erfolgsgeschichte ist das Ichthys-LNG-Projekt vor Australiens Küste. Ichthys ist eines der größten Energieprojekte der Welt und für das Unternehmen ein Projekt der Superlative, das die Brühler in die erste Liga katapultiert hat. „Wir haben damit gezeigt, wir können bei den ganz Großen mitspielen“, sagt Philipp.

LNG-Projekte gab es damals einige, aber der japanische Betreiber Inpex wollte die gesamte Wertschöpfungskette der LNG-Produktion abdecken: Offshore- und On­shore-Anlagen von einer schwim­menden Lager- und Verladeeinheit über eine Offshore-Plattform und On­shore-LNG-Anlage bis hin zur zugehörigen 890 Kilometer langen Untersee-­Pipeline.

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Die ersten mit Ichtys-­LNG beladenen Schiffe haben 2018 die Docks von Port Darwin verlassen. Insgesamt soll die Anlage in den nächsten 40 Jahren bis zu 8,9 Millionen Tonnen LNG sowie 1,6 Millionen Tonnen LPG pro Jahr fördern, mit Spitzenwerten von bis zu 100 000 Barrel Kondensat pro Tag.

Klar, dass die Verantwortlichen in Brühl angesichts solcher Zahlen mit sich ringen, ob das Projekt nicht doch eine Nummer zu groß für den Mittelständler ist. Schließlich gibt die Geschäftsführung grünes Licht, und 2009 geht das in Singapur angesiedelte internationale Projektteam an die Arbeit. Das Hima-Team erstellt ein umfassendes Safety-­Konzept und kümmert sich um Planung und Installation: Es geht nicht nur um Sicherheitssteuerungen und Systeme für Notabschaltungen, sondern auch um Brand- und Gasschutz sowie Überdrucksicherheit. 430 Schaltschränke mit Safety-­Technologie von Hima werden schließlich geplant, geliefert und eingebaut.

Zehn Jahre Planung und Bau vergehen – Zeit, in der minutiös ein strikter Zeitplan eingehalten wird, bevor die Anlagen 2018 erfolgreich in Betrieb gehen können. Die gelungene Projektkoordination ist für Entwicklungschef Horch ein wesentlicher Faktor für die fristgerechte Lieferung und Installation, und damit auch für den Erfolg des Projekts. Was es braucht, um solche Projekte zu stemmen, macht seiner Meinung nach auch den Spirit des Unternehmens aus: „Sie brauchen Teams, die mit Herzblut dabei sind und nicht eher ruhen, als bis das Projekt abgeschlossen ist.“

Der Mikroprozessor kommt

Doch zurück von der Neuzeit zur Firmenhistorie: Nach 1970 geht es Schlag auf Schlag weiter, und immer auf Basis der neusten Technologie: In den 1970ern schlägt die Stunde der Mikroprozessoren und wieder sind es die Ingenieure von Hima, welche die neue Technik in ihre Systeme integrieren. Mit den programmierbaren Chips eröffnet sich das erste Mal die Möglichkeit, den Steuerungen Intelligenz und Reaktionsgeschwindigkeit einzupflanzen – 1986 kommt das erste TÜV-zertifizierte programmierbare Sicherheitssystem „H50“ auf den Markt.

Dank des Moore’schen Gesetzes nimmt die Informationsdichte in den nächsten Jahren rasant zu und die Geschwindigkeit der technischen Entwicklung Fahrt auf. Programmierbare Steuerungen werden weltweit State-of-the-Art und sind heute Grundlage aller Hima-Steuerungen.

„Unser Mann in Malaysia“

Auch Hima tritt jetzt auf’s Gas und trifft strategische Entscheidungen, die Weichen für eine Internationalisierung stellen. Der aufstrebende asiatische Markt lockt, und Bernhard Philipp schickt einen Mann nach Malaysia. „Das war ich“, schmunzelt Steffen ­Philipp. In dieser Zeit verdient sich der Geschäftsführer seine ersten Sporen im Unternehmen.

Er baut von 1994 bis 1997 das Regionalbüro auf der Pazifikinsel auf, kommt dann in die heimatliche Kurpfalz zurück und nimmt 1999 in der vierten Generation seinen Platz als Geschäftsführender Gesellschafter ein. Unter seiner Führung avanciert das Familienunternehmen zum Global Player, die Mitarbeiterzahl steigt von damals 200 auf heute knapp 800, und der Umsatz steigt dramatisch. Hima geht dahin, wo auch die Kunden sind, und die sind über den ganzen Globus zerstreut.

Der studierte Betriebswirt sitzt „eigentlich permanent im Flugzeug“, weil er die Internationalisierung des Unternehmens als seine Aufgabe begreift, die Technologie, so sagt er, sei ja da gewesen. Er baut weitere Standorte auf und entwickelt die Tochter in Singapur zum Drehkreuz für den asiatisch-pazifischen Markt. Heute gibt es regionale Headquarter in Brühl (für die DACH-Region sowie Europa & Afrika), Singapur, Dubai und Houston.

Auch intern stößt Philipp einiges an. Wofür steht Hima und was braucht es, um am Markt als Marke noch besser sichtbar zu werden, fragt er sich. Das Ergebnis ist ein strategischer Veränderungsprozess, der bis heute anhält. Für den Markenauftritt mit der Neupositionierung „Smart Safety“, der nach Philipps Auffassung für alles steht, was das Unternehmen heute ausmacht, erhält man 2018 den ­German Brand Award.

Die Kommunikation nach außen ist für Philipp ein wichtiger Bestandteil des Markenkerns, und er selbst sieht sich als Markenbotschafter. Sichtbar ist das auch am Design der Steuerungen geworden. Das weltweit erste TÜV-­zertifizierte Sicherheitssystem mit sicherer Kommunikation über Ethernet heißt Himatrix, leuchtet in gelber Signalfarbe und ist Ausdruck eines mit der Erfahrung gewachsenen Selbstbewusstseins.

„Hima funktioniert als Marke hervorragend, und unsere Kunden nehmen uns als verlässlichen Partner wahr, der über jahrzehntelange Safety-Erfahrung und Innovationskraft verfügt“, betont Entwicklungsleiter Horch.

Neue Branche: Bahn

Eine Marke ist Hima mittlerweile nicht nur in der Prozessindus­trie, wo Steuerungen wie Himatrix und Himax oder Hiquad zur Standardausstattung eines Safety-Netzes gehören. Auch die Bahn wird aufmerksam auf das innovative Familienunternehmen und deren Sicherheitssteuerungen. Die Bahn-­Verantwortlichen wollen weg von den monopolartigen Lieferstukturen, und Philipp ergreift die sich bietende Chance.

„Zuverlässigkeit und Sicherheit spielen in der Bahnindustrie die gleiche wichtige Rolle, wie in der Prozessindustrie“, erklärt Philipp. Der Einsatz lohnt sich. Heute macht der Umsatz einen nicht unbeträchtlichen Anteil am Gesamtumsatz aus – Tendenz steigend – und zahlt auch auf die Internationalisierung ein.

In mehr als 20 Ländern setzen nationale Bahnen auf die Hima-Lösungen. 2015 gründet das Unternehmen einen neuen Geschäftsbereich: das Hima Rail Industry Segment. Damit beginnt auch die Umsetzung einer gemeinsamen Strategie, die Sys­temintegratoren und OEMs einbezieht.

Nonstop zur Sicherheit

Ende der 90er greift man als Erster den Trend zur Ethernet-Kommunikation auf und entwickelt das erste SIL 3-Kommunikationspro­tokoll, das wie Horch betont, immer noch über dem Stand der Technik ist und nach wie vor eine Wegmarke setzt.

2008 im Jahr des 100. Firmenjubiläums fügt Hima seinen Innovationen erneut einen Meilenstein der Sicherheitstechnik hinzu. Himax ist der erste Marathonläufer der Welt unter den Sicherheitssystemen und prägt den damals genutzten Slogan „Safety Nonstop“, da erstmals Anpassungen im laufenden Betrieb durchgeführt werden konnten. Das sei damals revolutionär gewesen und auch heute noch, betont Horch, sei Himax das Maß aller Dinge.

Industrie 4.0 am Horizont

In den nächsten zehn Jahren zieht das Entwicklungstempo noch einmal rasant an. Der Grund: 2011 taucht zum ersten Mal der Begriff Industrie 4.0 auf der Hannover Messe auf. Die digitale Transformation und das Internet der Dinge verändern auch die Prozessindustrie. Anlagen arbeiten nicht mehr autark, sondern miteinander und mit der Außenwelt verbunden, Prozesse laufen mehr und mehr autonom.

Das verändert auch die Ansprüche an funktionale Sicherheit erheblich. Hackerangriffe auch auf Anlagen der Chemie- und Petrochemie werfen ein Schlaglicht auf das Thema Cyber Security. Und ­Hima rüstet sich für das digitale Zeitalter. Ab sofort erhalten Kunden aus Brühl alles, was sie für Safety & Security benötigen aus einer Hand.

Smart Safety macht Anlagen fit für die Digitalisierung

„Es geht heute um viel mehr als nur einen unterbrechungsfreien Betrieb und eine Notfallabschaltung. Smarte Sicherheitslösungen gewährleisten nicht nur höchste Sicherheit, sondern sie wandeln auch Daten in geschäftsrelevante Informationen um, womit sich die Produktivität und Rentabilität von Industrieanlagen steigern lässt“, erklärt Horch die neuen Herausforderungen vor denen die Unternehmen stehen.

Die Antwort aus Brühl heißt Smart-Safety-Plattform und wird 2018 auf der Achema vorgestellt – genau zum 110-jährigen Firmenjubiläum. Hinter dem brand­neuen Konzept verbirgt sich eine skalierbare SIL 3-Lösung, mit der Anlagenbetreiber von kleinen Einzelanwendungen bis hin zu komplexen Architekturen von Großanlagen, ihre kompletten Safety- und Security-Bedürfnisse bedarfsgerecht abdecken können.

Eng verknüpft ist damit die Entwicklung der vierten Generation der Hiquad-Familie, in der auch die hauseigene System-­on-a Chip-­Technologie verbaut ist.

Doch damit ist noch lange nicht Schluss für die Perfektionisten aus Brühl: Hima will seinen Kunden auch in Zukunft smarte Safety-Lösungen bieten, die sie benötigen, um den Herausforderungen der Digitalisierung begegnen zu können.

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Begründung der Redaktion: Darum hat Hima den Meilenstein verdient

Wenn die größten Unternehmen der Gas-, Chemie- und Petrochemie ihre Sicherheit einer Hima-Lösung anvertrauen, dann ist das ein Ritterschlag für ein Unternehmen und der Zahl von 40 000 im Feld installierten Einheiten muss man eigentlich auch nichts mehr hinzufügen. Von den Hima-Experten darf man in den kommenden Jahren noch mehr erwarten. Sie haben schneller als andere den im Digitalisierungs-Zeitalter steigenden Bedarf an Security-Lösungen erkannt. Wer hier klug agiert und Safety mit Security vernetzt, wie die Brühler das gerade machen, dem braucht vor der Zukunft nicht bange zu sein.

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Über den Autor

 Anke Geipel-Kern

Anke Geipel-Kern

Leitende Redakteurin PROCESS/Stellvertretende Chefredakteurin PharmaTEC, PROCESS - Chemie | Pharma | Verfahrenstechnik