Joint Venture Messer investiert in neue Sauerstoffproduktionsanlage in Estland
Der Industriegasespezialist Messer hat zusammen mit der baltischen Industrieholding BLRT Grupp im Rahmen des gemeinsamen Joint Ventures Elme Messer Gaas rund fünf Millionen Euro in eine neue Sauerstoffproduktionsanlage im estnischen Järvakandi investiert. Die Anlage steht auf dem Gelände des Behälterglas-Herstellers Owens-Illinois.
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Järvakandi/Estland – Die Anlage produziert 2650 m3 Sauerstoff pro Stunde, der den Bedarf der neuen Glaswanne vollständig deckt. Während der Bauphase wurde Owen-Illinois mit flüssigem Sauerstoff versorgt, um den bereits im Dezember 2014 in Betrieb gehenden Glasofen mit Sauerstoff zu versorgen.
Bei Hochtemperatur-Prozessen ist der Einsatz von Sauerstoff Stand der Technik. Der Sauerstoff wird gasförmig über eine Pipeline direkt zur Brennerstation des Glasschmelzofens geleitet. Dieser wird mit der Oxy-Fuel-Technologie betrieben, das heißt, mit einer abgestimmten Mischung aus Sauerstoff und Brennstoff. „Das neue System reduziert unseren Erdgasverbrauch sowie unsere Kohlendioxid- und Stickoxid Emissionen“, so Viivika Remmel, Owen-Illinois-Country Group Executive, North East Europe.
Sauerstoff statt Verbrennungsluft
Messer verfügt sowohl in der Glas- als auch in der Eisenmetall- und Nichteisenmetall-Industrie über langjährige Erfahrung in der Entwicklung und Verwendung von Oxy-Fuel-Brennern. Die Oxy-Fuel-Technologie verwendet Sauerstoff statt Verbrennungsluft für den Befeuerungsprozess in Öfen. Der fehlende Stickstoff aus der Verbrennungsluft verringert das Abgasvolumen des Prozesses um etwa 70 bis 80 %. Indem der inerte Stickstoff nicht zusätzlich auf Prozesstemperatur – zwischen 1450 und 1600°C – aufgeheizt werden muss, kann Energie eingespart werden.
So werden CO2-Emissionen erniedrigt und eine Bildung von Stickoxiden im Vergleich zur Verbrennungsluft um bis zu 70 % verringert. Oxy-Fuel ist eine Technologie, die durch BAT (Best Available Technologies) für die Glasproduktion forciert wird und durch Investitionsvergünstigungen für den Bau von neuen Anlagen die Glasindustrie in Zukunft beeinflussen wird.
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