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Alarm-Management

Mehr Effizienz im Alarm-Management durch ganzheitlichen Ansatz

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Neben diesem „Manual Hiding“ verfügt das System aber auch über eine automatisierte Ausblende-Funktion, mit der so genannte Alarmlawinen verhindert werden, eine Flut von Folge-Alarmen, die z.B. bei der Betätigung eines Notaus-Schalters zur Deaktivierung von Teilanlagen entstehen kann. Anstatt die Generierung solcher Folge-Alarme programmtechnisch im Automatisierungssystem zu unterbinden, also dafür zu sorgen, dass diese Alarme tatsächlich nicht mehr gesendet werden, bedient man sich eines intelligenten Systems, dass kausal zusammenhängende Alarme erkennt: Grundsätzlich werden zwar sämtliche Alarme noch immer erzeugt und gelangen auch zeitfolgerichtig ins Archiv, was eine spätere Analyse ermöglicht. Alle Alarme, die in kausalem Zusammenhang als Folgealarm eines anderen Alarms auftreten, werden jedoch aus der Operatorsicht ausgeblendet. Der Operator hat aber jederzeit die Möglichkeit, auf die ausgeblendeten Alarme zuzugreifen.

Am Lebenszyklus orientierte Alarmphilosophie

Um optimale Resultate zu erzielen, ist es wichtig, bereits in der Phase der Anlagenplanung die Basis für ein systematisches Alarm-Management zu schaffen. Schon in der Vorstufe der momentan in Ausarbeitung befindlichen ISA-Norm 18.02 Management of Alarm Systems for the Process Industries haben die Autoren Dunn und Sands ein Lebenszyklus-Modell für das Alarm-Management aufgestellt. Es reicht von der grundlegenden Philosophie über Alarmdesign und Betriebsphase bis zur Störungsanalyse (siehe Abb. 1).

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In dieser ganzheitlichen Betrachtung wird deutlich, dass das optimale Alarm-Management in der Planungsphase einer Anlage einsetzt und den Anlagenbetrieb als kontinuierlichen Verbesserungsprozess begleitet. Die Planung und Konzeption des Alarm-Managements muss sich an entsprechenden branchenspezifischen Anforderungen messen lassen. Jeder Alarm sollte berechtigt, auf Basis wichtiger Störungen sorgfältig geplant und konsistent mit dieser Alarmphilosophie sein. Im Alarm-Engineering werden die Alarme konfiguriert – ökonomisches Alarm-Engineering ist in erster Linie Leitsystem-Engineering. Beim Einsatz moderner Leitsysteme zeigen sich hier enorme Einsparpotenziale.

Planungs-, Verfahrens- und Automatisierungsdaten bilden eine große Schnittmenge mit den Informationen, die für das Alarm-Engineering erforderlich sind. Schon bei der verfahrenstechnischen Planung werden Daten erfasst, die für das Funktionieren des Prozesses wesentlich sind. Damit definiert der Verfahrenstechniker bereits Prozessalarmgrenzen. Arbeiten die Werkzeuge von Verfahrens- und Automatisierungstechnikern dank definierter Schnittstellen oder sogar durch Verwendung einer zentralen Datenbank Hand in Hand, so erhält der Anwender mit Errichtung bzw. Erneuerung einer Anlage ein vorbildlich gestaltetes Alarm-Management ohne großen Mehraufwand.

Diese Zusammenführung von Planungs- und Automatisierungswelt, wie sie derzeit z.B. von Siemens systematisch aufgebaut wird, ersetzt den umständlichen Datenaustausch bzw. die aufwändige Doppeleingabe von Daten. Der Datenaustausch zwischen unterschiedlichen Fachdisziplinen gestaltet sich transparenter und sicherer. Ein integriertes Änderungsmanagement erlaubt den bidirektionalen Austausch von Daten zwischen Verfahrens- und Automatisierungstechnik.

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