Mitarbeitergewinnung Fachkräftemangel: Wie Pharmaunternehmen aktiv gegensteuern können

Ein Gastbeitrag von Bashé Gast* 3 min Lesedauer

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Die Pharmabranche steht vor einer großen Herausforderung: unbesetzte Stellen bremsen Innovation und Wachstum. Doch Unternehmen können gegensteuern – durch realistische Erwartungen an Bewerber, eine starke digitale Präsenz, attraktive Benefits und die Integration internationaler Fachkräfte.

Der Fachkräftemangel geht auch an der Pharambranche nicht spurlos vorüber.(Bild:  frei lizenziert / KI-generiert /  Pixabay)
Der Fachkräftemangel geht auch an der Pharambranche nicht spurlos vorüber.
(Bild: frei lizenziert / KI-generiert / Pixabay)

Deutschland steckt tief in einer Fachkräftekrise, die zahlreiche Branchen betrifft – darunter auch die Pharmabranche. Während die Anforderungen an Forschung und Entwicklung stetig steigen, bleiben in vielen Unternehmen unzählige Stellen unbesetzt. Dies bremst die Innovationskraft der betroffenen Firmen aus und kann sie schlimmstenfalls in einen Teufelskreis aus Personalmangel und Überlastung ziehen.

Dennoch haben Unternehmen die Möglichkeit, aktiv gegenzusteuern. Ein erster Schritt besteht darin, die meist überzogenen Erwartungen an potenzielle Bewerber zu überdenken. Im Folgenden wird aufgezeigt, wie Unternehmen der Pharmabranche passende Fachkräfte gewinnen und wie sie sich für Kandidaten attraktiv machen.

Von der Vorstellung des perfekten Kandidaten abrücken

Dass jedes Unternehmen die für sich perfekten Mitarbeiter einstellen möchte, versteht sich von selbst. Schließlich steht und fällt mit der Belegschaft auch die Leistung eines Betriebs. Dennoch sieht man immer wieder, dass Geschäftsführer an potenzielle Kandidaten zu hohe Anforderungen stellen, die kaum erfüllbar sind. Die Wunschvorstellung ist oft ein junger Bewerber mit jahrzehntelanger Berufserfahrung, überdurchschnittlicher Leistungsbereitschaft, der noch dazu 50 Stunden pro Woche arbeitet – und das für ein durchschnittliches Gehalt. Mit solchen Erwartungen wird es allerdings schwer, passende Fachkräfte zu finden.

Stattdessen sollten Unternehmen die Idee eines „100-%-Kandidaten“ loslassen und gezielt nach „80-%-Bewerbern“ suchen, die sich im Laufe der Zeit weiterentwickeln können. Entscheidend ist dabei, einen Kompromiss zwischen den Idealvorstellungen der Firma und denen der Kandidaten zu finden. Dafür ist es wichtig, ein klares Bild von der Zielgruppe zu haben, die man ansprechen möchte. Dieses Verständnis lässt sich durch gezielte Marktforschung gewinnen, aber nicht durch die ausschließliche Berücksichtigung des Lebenslaufs. Natürlich ist dieser wichtig, keine Frage. Doch er gibt nicht allein Aufschluss darüber, ob ein Kandidat passt.

In den digitalen Medien Präsenz zeigen

Nachdem diese grundlegenden Fragen geklärt sind, sollten Unternehmen gezielt an ihrer Präsenz in den digitalen Medien arbeiten. Denn schaut man genauer hin, sieht man, dass viele Nachholbedarf haben. Da die meisten Fachkräfte sich online über potenzielle Arbeitgeber informieren, ist ein professionell gestalteter Online-Auftritt unerlässlich. Er ist außerdem Ausdruck dafür, dass Unternehmen am Zahn der Zeit bleiben wollen.

Bei der Außendarstellung ist es außerdem wichtig, mit welchen Vorteilen das Unternehmen punktet. Die Pharmabranche bietet attraktive Gehaltsaussichten – doch das allein genügt heute nicht mehr. Viele Kandidaten legen zunehmend Wert auf Mitarbeiterbenefits wie betriebliche Gesundheitsförderung, Altersvorsorge oder ein Jobrad. Auch flexible Arbeitsmodelle sind ein wichtiger Anreiz. Darüber hinaus sollten Unternehmen transparente Karrierepfade aufzeigen. Eine offene Kommunikation zu Aufstiegsmöglichkeiten und den jeweiligen Voraussetzungen schafft Klarheit und motiviert die Mitarbeiter zur Weiterentwicklung.

Mitarbeiter aus dem Ausland als Chance sehen

Immer stärker rückt mittlerweile auch die Lösung in den Blick, zugewanderte Mitarbeiter aus dem Ausland einzustellen. Zumal die Gruppe der Menschen, die Interesse an einem Job in Deutschland haben, wächst. Als Teil einer umfassenden Lösung ist dieser Weg sinnvoll. Wichtig ist allerdings, die Fachkräfte ordentlich einzuarbeiten und zu unterstützen, sei es durch Schulungen im Betrieb, Sprachkurse oder Weiterbildungen. So kommen die Fachkräfte schnell auf Flughöhe. Gleichzeitig sollten Arbeitgeber die Integration im Team fördern, zum Beispiel durch Mentoring-Programme, in denen bereits eingestellte und langjährige Mitarbeiter die zugewanderten Fachkräfte begleiten.

* Bashé Gast ist Senior Personalberater bei Stammgast.

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