Druckluft-Kühlsystem Kühlt Werkstück und Werkzeug ohne Nebenwirkungen

Redakteur: Manja Wühr

Fertigungsprozesse, bei denen Werkstücke und Werkzeuge stark erhitzt werden, kommen ohne direkte Kühlung nicht aus. Flüssigkühlmittel erledigen diese Aufgabe gut, sind aber aufwändig in der Handhabung und hinterlassen unangenehme sowie häufig schädliche Chemikalien. Kager bietet hier eine Alternative.

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Besonders harte oder hochviskose Materialien entwickeln bei ihrer mechanischen Bearbeitung immense Temperaturen. Der Bearbeitungsstand (Form) und die Qualität (Toleranzen) können aber nur erhalten werden, wenn das Werkstück rasch abkühlt. Dazu kommt, dass sich auch das eingesetzte Werkzeug stark erhitzt. Wird es nicht gekühlt, sinkt seine Lebensdauer und die Herstellungskosten steigen. Das Modell 190-75 SV von Kager verwandelt Druckluft in Kaltluft von bis zu -55 °C. Ein einfacher Anschluss an die Druckluftleitung oder an einen Luftkompressor genügt. Ausgerüstet mit einem Verlängerungsschlauch bringt das 280 Gramm schwere Gerät die Ultra-Kaltluft auch an unzugängliche oder enge Stellen. Die Reaktion auf das Ein- und Ausschalten erfolgt in Realzeit und lässt sich gut kontrollieren.

Angewandte Physik

Der Joule-Thomson-Effekt, eine irreversible Ausdehnung der Luft ohne Energieaustausch mit der Umgebung, ist dafür verantwortlich, dass bei einem Luftdruck von sieben bar und einer Eingangstemperatur von +20 °C ohne Zufuhr von elektrischer Energie oder anderer Gase ein Ultra-Kaltluftstrom erzeugt wird. Die Temperatur der ausströmenden Luft lässt sich per Stellschraube und Messinstrument (Thermometer oder Fühler) anpassen. Bei konstanten Druck- und Temperaturwerten der einströmenden Luft beträgt die mögliche Temperaturabweichung der ausströmenden Kaltluft lediglich ±0,6 °C. Die Kaltluftkühlung ermöglicht Arbeitsschritte wie hochtouriges Bohren und Schneiden von Kunststoffteilen, Lötarbeiten oder das Schneiden von Außengewinden. Ein weiterer Vorteil: Es tritt keine Öladditiv-Korrosion an metallischen Werkstoffen auf.

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