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Diese Betrachtungsweise ist insofern bemerkenswert, da nur die einfach greifbaren Kosten einbezogen werden. Würden Kosten antizipiert, die den Performanceverlust durch sinkenden Wirkungsgrad zwischen den Reinigungszyklen widerspiegeln, käme eine deutlich steilere Kurve zum Tragen (gelber Graph). Durch ein fokussiertes Monitoring ermöglichte straffere Dimensionierung und damit eine Bereinigung um die Reserven, die die Anlagengröße nach oben treiben, würde den Startpunkt der Kurven deutlich anheben. Die Startpunkte des Kostenpfades 2 verschöben sich deutlich in Richtung der Kurven mit Filtersystem des Kostenpfades 1, wenn nicht sogar darüber hinaus.
Szenarienbetrachtung über vollen Life Cycle
Für eine schlüssige Diskussionskette muss der Anwender auch die Kosten über den kürzesten anzunehmenden Produktlebenszyklus betrachten, wobei hier kostenverursachende Unwegsamkeiten durch Beschädigungen nicht berücksichtigt werden. Interessant ist auch die Betrachtung eines hinzuaddierten, gemäßigten Effizienzverlustes zwischen den Reinigungszyklen. Dieser ist gegenüber den aus der Praxis bekannten Werten stark verringert und stellt damit eine untere Grenze dar. Die Geldsummen für das gemäßigte Szenario 2 können tendenziell niedriger angesetzt werden, liegen aber mit 99 856 Euro für Kostenpfad 1 bei 224 000 Euro für Kostenpfad 2 und bei 471 600 Euro mit integriertem Performanceverlust noch immer in beträchtlicher Höhe.
Auswertung der unterschiedlichen Szenarien
Bei den betrachteten Szenarien wird von einer Fluss-, Hafen-, Seewasser-Kühlung mithilfe eines Plattenwärmetauschers ausgegangen. Die Ergebnisse lassen sich aber auf alle effizienzsteigernden Antifoulingsysteme ableiten. Dabei wird deutlich, dass sich ein Reinigungssystem – in diesem Fall ein Automatikfiltersystem – sehr schnell amortisiert. Selbst bei vermeintlich sauberen Prozessen, mit Reinigungsintervallen unter dem des betrachteten gemäßigten Szenarios, ist bei Einberechnung von Effizienzverlusten eine zügige Amortisation der Fall. Über längeren Zeitraum betrachtet, ist bei einer Standardanlagengröße ein Einsparpotenzial von fast einer halben Millionen Euro möglich. Und das bei einem Komponentenpreis von 20 000 Euro. Übertragen auf eine Gesamtanlage mit vielen ähnlich gelagerten Prozessen, vervielfacht sich das Potenzial.
Daneben gibt es weitere Möglichkeiten den Foulingprozess zu verhindern. Je nach Applikation sind diskontinuierliche Verfahren in den Prozess integrierbar und durch ihre starke Wirkung weit verbreitet. Im Zuge der Anlageneffizienz und zunehmender Kosten für Chemikalien/Dampf und anderer Maßnahmen werden sie jedoch zurückgedrängt. Dieser Prozess wird durch immer effizientere kontinuierliche Verfahren beschleunigt. Eine sinnvolle Kombination von kontinuierlichen und diskontinuierlichen Verfahren führt zu einer vollen Entfaltung des Einsparpotenzials. Antifouling-Komponenten sind zum existenziellen Basisbaustein bei der Konstruktion aufgestiegen. Betreiber sollten den eigenen Prozess kritisch betrachten. Monitoring des Kühlwasserprozesses ist zur Kosteneinsparung nötig und ermöglicht zeitnahes Nachrüsten bei bestehender Notwendigkeit und damit enorme Kosteneinsparungen.
* Der Autor ist Key Account Manager bei Georg Schünemann. Kontakt: Tel. +49-421-559090
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