Abwasseraufbereitung

Kosmetikproduktion mit sauberem Abwasser

Seite: 2/3

Firmen zum Thema

Doch bevor das Abwasser darin mit Hilfe von Mikroorganismen von Schadstoffen befreit wird, erfolgt zunächst eine mechanische Vorreinigung. Anschließend wird in der ersten Behandlungsstufe eine Emulsionsspaltung mittels Eisen(III)-chlorid vorgenommen mit einer nachfolgenden Fällungs-/Flockungsstufe. Der dabei entstehende Schlamm wird durch Flotation abgetrennt.

Im Anschluss daran wird das vorbehandelte Abwasser zur Vergleichmäßigung in einem Misch- und Ausgleichsbecken mit einem Volumen von hundert Kubikmeter zwischengelagert.

Spezielle Mikroorganismen zersetzen organische Fracht

Nach einer Neutralisation sind dann Mikroorganismen die Hauptakteure bei der aeroben biologischen Umsetzung der noch im Abwasser enthaltenen organischen Fracht. In den TFR-Bioreaktoren der DAS Environmental Expert fließen die Abwässer von oben nach unten über ein Substrat, das aus leichten, kleinen Kügelchen mit einer hohen spezifischen Oberfläche besteht. Reichardt erklärt: „Auf diesem Trägermaterial siedeln sich spezielle Mikroorganismen in Form von Biofilmen an. Sie sind in der Lage, sowohl organische Lasten als auch diverse Schadstoffe zielgerichtet abzubauen.“ Das Ergebnis: Biomasse, Wasser und Kohlendioxid. Die in den einzelnen Behandlungsstufen anfallenden Schlämme werden entwässert und der Entsorgung zugeführt.

Für die Sauerstoffversorgung der Mikroorganismen in den TFR-Bioreaktoren sorgt ein Ventilator, der am Boden der Anlage Luft aus der Umgebung einbläst. „Dafür ist kein erhöhter Druck erforderlich, weil der Reaktor nicht mit Wasser gefüllt ist“, erläutert Reichardt. „Zur Regeneration wird in regelmäßigen Abständen überflüssige Biomasse abgeschlämmt.“ Ansonsten läuft die Anlage nahezu wartungsfrei; Energieverbrauch, Betriebskosten und Verschleiß sind gering.

Schwankende Mengen und unterschiedliche Zusammensetzungen

Bei Emil Kiessling fällt das Abwasser chargenweise an. Die Zusammensetzung sowie die Konzentration der jeweils enthaltenen organischen Stoffe schwanken sehr stark. Problematisch ist zudem, neben der Vielfalt der Inhaltsstoffe, der Salzgehalt des Abwassers mit einer Chloridkonzentration zwischen 1500 und 2500 Milligramm pro Liter. Für ein biologisches Verfahren sind diese Voraussetzungen eine Herausforderung.

In einem viermonatigen Versuchsbetrieb wurde daher die TFR-Technologie direkt vor Ort getestet. Die Technologie selbst, die verfahrenstechnische Umsetzung, die stabile Leistung der Reaktoren sowie die direkte Betreuung der Anlage vor Ort durch Mitarbeiter der DAS Environmental Expert überzeugten, so dass im Herbst 2009 mit dem Bau der Großanlage begonnen wurde. Die Inbetriebnahme erfolgte im Frühjahr 2010.

(ID:42777645)