Wasserkreislauf Klimawandel beeinflusst Wasserkreislauf
Ob die Klimaerwärmung zu mehr Verdunstung und mehr Niederschlag führt, wurde in den letzten Jahren heiß diskutiert. Eine Studie hat diesen Effekt mit Satellitendaten untersucht.
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Wien/Österreich – Man kennt den Effekt aus dem eigenen Garten: In der Nacht ist der Rasen nass, doch kaum kommt die Sonne heraus kann die erwärmte Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen und der Tau verdunstet. Dementsprechend würde man auch erwarten, dass durch die Klimaerwärmung feuchte Böden und Ozeane mehr Wasser an die Luft abgeben.
In einer Studie, erschienen im Journal „Nature Climate Change“, werden nun Klimadaten aus über drei Jahrzehnten präsentiert. In nördlichen Regionen steigen Verdunstung und Niederschlag tatsächlich an, im Süden kann man diesen Effekt noch nicht nachweisen. Auf der Südhalbkugel, so zeigt die Studie, wird die Dynamik der kontinentalen Verdunstung von den Wetterphänomenen El Niño und La Niña dominiert.
Mehr Regen durch wärmeres Klima?
Dass es einen Klimawandel gibt und die globale Temperatur steigt, ist in Fachkreisen heute unbestritten. Die konkreten Auswirkungen dieses Prozesses sind aber nach wie vor schwer einzuschätzen. Zu den besonders intensiv diskutierten Punkten gehört die Frage, ob und an welchen Orten es durch den Klimawandel zu einem verstärkten Auftreten von Unwettern oder Dürren kommen kann.
„Wenn die Luft wärmer wird und mehr Wasser aufnimmt, dann kommt es theoretisch auch zu intensiveren Niederschlägen und schwereren Stürmen“, sagt Wouter Dorigo vom Department für Geodäsie und Geoinformation der TU Wien. Größere Mengen an Feuchtigkeit werden innerhalb kürzerer Zeit in die Luft abgegeben und kehren als Regen wieder zurück. Der Wasserkreislauf wird beschleunigt und er wird intensiver. Dieser Effekt bewirkt, dass feuchte Regionen noch feuchter werden, und trockene Gebiete noch mehr austrocknen.
Die nun zusammengestellten Daten zeigen, dass die Verdunstung über einem Großteil der Landmasse in der Zeit von 1980 bis 2011 tatsächlich signifikant angestiegen ist. Allerdings gibt es einzelne Zeitabschnitte, in denen die Verdunstung sogar zurückging – etwa in den Jahren nach 2000. „Daraus sollte man aber nicht schließen, dass die Verdunstung insgesamt rückläufig ist“, sagt Dorigo.
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