Newsticker Januar: Aktuelles aus der Prozessindustrie Keine Annäherung bei Chemie-Tarifrunde in Hessen

Von Wolfgang Ernhofer 14 min Lesedauer

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Im ständig aktuellen Newsticker fasst die PROCESS-Redaktion das Geschehen in der Branche kompakt zusammen. Ob Chemie-, Pharma-, oder Lebensmittelindustrie, alle verfahrenstechnischen Themen werden – ebenso wie politische und wirtschaftliche Nachrichten zur Prozessindustrie – zusammengefasst.

(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

15.01.2026

Wiesbaden (dpa/lhe) *15:46 Uhr – Keine Annäherung bei Chemie-Tarifrunde in Hessen

Zum Auftakt der regionalen Tarifverhandlungen in der hessischen Chemie- und Pharmaindustrie hat es keine Annäherung gegeben. Man habe kein Wachstum, keinen Aufschwung und keinen Verteilungsspielraum, erklärte der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Holger Kison von Infraserv-Höchst. Nicht einmal die Inflationsrate könne ein Maßstab für die Tarifpolitik sein.

Die IG BCE beharrte hingegen auf ihrer Forderungen, die Kaufkraft der Beschäftigten zu steigern und gleichzeitig ihre Jobs zu sichern. Die wirtschaftliche Lage sei nur für einen Teil der Betriebe herausfordernd, erklärte Landesbezirksleiterin Sabine Süpke. Auf eine prozentuale Lohnforderung hat die IG BCE bundesweit verzichtet. Das Motto lautet: «Jeder Job zählt. Jeder Euro zählt.»

Bis zum 23. Januar wird in einer ersten Runde in neun Tarifrunden verhandelt. Bundesweite Gespräche für die insgesamt 585.000 Beschäftigten sind dann erstmals am 3. Februar in Hannover geplant.

14.01.2026

Leuna (dpa) *16:57 Uhr – Tarifverhandlungen für Ost-Chemie beginnen in Leuna

Für die Beschäftigten der kriselnden Ost-Chemie beginnen am 20. Januar in Leuna die Tarifverhandlungen. Die Gewerkschaft IG BCE will für rund 48.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter dem Motto «Jeder Job zählt. Jeder Euro zählt.» verhandeln. Dass die Lage in der chemischen Industrie in der Region teils schwierig sei, dürfe nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden, teilte Verhandlungsführerin Stephanie Albrecht-Suliak mit.

«Die Forderung der Arbeitgeberseite nach einer «tarifpolitischen Atempause» werden wir auf keinen Fall akzeptieren. Wir werden um jeden Job und um jeden Euro kämpfen», kündigte die Gewerkschaft an. Neben einer Erhöhung der Einkommen sollen tarifliche Instrumente zur Beschäftigungssicherung entwickelt werden. Zudem solle eine Ausbildungsinitiative gestartet werden.

Die Ost-Chemie leidet unter hohen Energiepreisen und schwacher Auslastung. Zuletzt häuften sich schlechte Nachrichten. Unter anderem hatte der US-Konzern Dow Chemical vor einigen Monaten bekanntgegeben, dass ein Teil seiner Anlagen in Schkopau (Sachsen-Anhalt) und Böhlen (Sachsen) Ende 2027 geschlossen werden soll.

Ende 2025 meldete zudem das belgische Chemieunternehmen Domo Chemicals für drei deutsche Tochterfirmen Insolvenz an. Der Betrieb an den Standorten in Sachsen-Anhalt und Brandenburg soll eingestellt werden.

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