Neuer Ansatz für Product Quality Reviews

Keine Angst vor Big Data

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Bisher konnte durch Standardreports nicht immer eindeutig geklärt werden, welche Produkte durch welche Abweichungen betroffen waren. So war beispielsweise nur mit einem sehr hohen, zusätzlichen Rechercheaufwand feststellbar, ob eine Abweichung, die vor einem Jahr auftrat noch Auswirkungen auf ein aktuelles Produkt hat. „Das Problem liegt in den sehr umfangreichen Chargenbäumen. Mehrere Sachbearbeiter mussten dafür tausende Meldungen kontrollieren. Mit Qlikview können wir solche Verbindungen jetzt auf Knopfdruck nachverfolgen“, so der QA-Manager.

Ein grundlegender Unterschied von Qlikview zu anderen BI-Systemen liegt in der Möglichkeit der freien assoziativen Analyse anstelle starrer Reports. Zahlreiche Filtermöglichkeiten, assoziative und vergleichende Analysen, eine einfache Objekterstellung durch Drag & Drop und anspruchsvolle Datenvisualisierungen schaffen Einblicke, die bisher nicht möglich waren. Wo bei früheren Standardreports viele Fragen offen bleiben mussten, sind jetzt Ad-hoc-Auswertungen zum Standard geworden.

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Qlikview soll bald auch in der Forschung eingesetzt werden

„Der Aufwand ist immer dann besonders hoch, wenn Daten aus mehreren Systemen wie unserem Quality-Management-System und SAP gematcht werden müssen. Es fehlte an den Schnittstellen, um Fertigungsaufträge und Chargen aus einem früheren Stadium der Herstellung rückblickend mit Abweichungen abzugleichen. Jetzt haben wir die Möglichkeit, die Qualitätsmeldungen in SAP mit einer beliebigen Abweichungsnummer zu verbinden und alle Chargen und Materialien über den gesamten Chargenbaum nachzuvollziehen“, erläutert Rector.

Auch andere Fragestellungen können besser bearbeitet werden, z.B. die Erstellung von KPIs oder Chargenrückverfolgungen. Auch Auditlisten bei der Vorbereitung von Inspektionen für die Regulierungsbehörde sind einfacher geworden. Rector: „Wir können typische Fragen nach den Gründen für schlechter gewordene KPIs, oder ob unterschiedliche Abweichungen die gleichen Ursachen haben, jetzt sofort nachverfolgen."

Nachdem die Bereiche Quality und Produktion gute Erfahrungen mit dem neuen Analysetool gemacht hatten, folgen nun weitere Bereiche wie R&D. Auch andere Standorte haben die Vorteile erkannt und wollen die Lösung übernehmen.

* Der Autor arbeitet als Fachjournalist in Hannover. E-Mail-Kontakt fme: p.bunse@fme.de.

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