Wasser für Injektionszwecke
Heiß oder kalt – das ist heute die Frage

Von Manja Wühr 8 min Lesedauer

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Wer die Wahl hat, hat die Qual. Schließlich kann Wasser für Injektionszwecke (WFI) seit Jahren sowohl durch Destillation als auch mithilfe von Membranverfahren produziert werden. Doch heute quälen sich immer weniger Pharmaunternehmen mit der Entscheidung für kaltes WFI. Aus gutem Grund.

Fabian Stapper, Geschäftsleitung und Michael Hegmann, Vertriebsleiter, Enviro Falk Pharmawatersystems (Bild:  Wühr – VCG)
Fabian Stapper, Geschäftsleitung und Michael Hegmann, Vertriebsleiter, Enviro Falk Pharmawatersystems
(Bild: Wühr – VCG)

Seit April 2017 haben Hersteller von „Wasser für Injektionszwecke“ (WFI) die Wahl. Mit der Änderung im Europäischen Arzneibuch darf WFI nun sowohl heiß mithilfe von Destillation als auch kalt mittels Membranverfahren hergestellt werden. Verfahrenstechniker und Anlagenbauer haben sich angesichts der Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit der Membranverfahren schnell für entsprechende Aufträge gerüstet. Bereits auf den Lounges 2018, also gerade mal ein Jahr nach Veröffentlichung des geänderten Arzneibuchs, konnten Fachbesucher den ersten Prototyp einer WFI-Anlage der Gründungsfirmen von Enviro Falk Pharmawatersystems begutachten. „Neben der herkömmlichen Variante mit Hohlfasermodulen, können wir auch robuste Keramikmodule einsetzen, die kontinuierlich mit Ozon beaufschlagt werden können", sagt Fabian Stapper, Geschäftsleitung bei Enviro Falk Pharmawatersystems. Der Anlagenbauer vereint seit dem Jahr 2021 die Fachexpertise zweier führender Unternehmen für Pharmawasser. Das Unternehmen ist Teil der Enviro Water Gruppe und baut am Hauptstandort in Leverkusen Produktionsanlagen für Purified Water, WFI und Reinstdampf in der Pharmazie, Biotechnologie und Life Sciences sowie die darauf abgestimmten Lager- und Verteilsysteme.

Membranverfahren zur Herstellung von kaltem WFI

Seit April 2017 darf Wasser für Injektionszwecke (WFI) auch durch Umkehrosmose (RO) in Verbindung mit anderen Verfahrensschritten wie Elektrodeionisierung (EDI) und der Ultrafiltration (UF) oder Nanofiltration (NF) produziert werden. Vor die eigentliche Aufbereitung ist eine Vorbehandlung des Speisewassers geschaltet. Je nach Trinkwasserqualität umfasst sie eine Enthärtungsanlage, Feinfilter sowie ggf. UV-Desinfektion, Dosiereinheiten zur Entfernung von Chlor und/oder Silikat oder aber auch eine Trinkwasser-UF bei stärker belasteten Wässern. Da die Enthärtungsanlage mikrobiologisch anfälliger ist, sollte die gesamte Vorbehandlung zwingend thermisch sanitisierbar sein. Zudem verhindert eine permanente Durchströmung der Enthärtungsanlage mikrobiologisches Wachstum. Weitere Maßnahmen, um mikrobielles Wachstum zu verhindern, sind Ozonisierung, UV-Bestrahlung, Rohrleitungen, die eine turbulente Strömung ermöglichen, und die generelle Umsetzung eines hygienischen Anlagendesigns.