Studie

Integrierte Öl- und Gasunternehmen: Ein Auslaufmodell?

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Strategische Neuausrichtung gefragt

Die Liefer-und Leistungskette für Öl und Gas ist vielfältigen Veränderungen unterworfen, die Unternehmen der Branche eine gründliche Überprüfung ihrer Positionierung und ihres Portfolios nahelegen. Dabei müssen sich Unternehmen darauf einstellen, dass die herkömmlichen Wertketten zunehmend strategisch hinterfragt werden und regional unterschiedliche Lösungen notwendig werden.

Lewe erläutert: „Die Frage, ob man ein integriertes Modell betreibt oder nicht, wird sich nicht mehr auf Unternehmensebene stellen, sondern vielmehr in Abhängigkeit der Markt- und Wettbewerbsbedingungen in einzelnen Lieferregionen zu beantworten sein. Die bisherige strategische Schwarz-Weiß-Betrachtung hat damit ausgedient, in Zukunft gilt es, regionalspezifisch das richtige Geschäftsmodell zu wählen und das Geschäftsportfolio entsprechend anzupassen. Im Sinne einer Differenzierung auf Dauer, wird es dabei sehr unterschiedliche Antworten auf die gleiche Frage geben.“

Ein besonders wichtiger Treiber für die Erlangung von Wettbewerbsvorteilen ist technologische Expertise. Das gilt vor allem im Upstream-Bereich, in dem es zunehmend auf Innovationen zur Förderung von Öl aus unkonventionellen Vorkommen ankommt.

Nachdem sich der Markt in den letzten zehn Jahren stark entkonsolidiert hat, ist mittelfristig wieder mit einer Konsolidierung zu rechnen, allerdings innerhalb der Bereiche Up- und Downstream sowie regionalspezifisch.

Neue Rolle für NOCs

Verändert wird die Wettbewerbslandschaft auch dadurch, dass immer nationale Ölgesellschaften (NOCs) auf den Weltmarkt drängen. Waren sie früher im Wesentlichen Eigentümer von Ressourcen im eigenen Land, die sich in Partnerschaften mit unabhängigen Ölfirmen Zugang zu Kapital, Anlagen und Expertise verschafften, um die Ressourcen zu vermarkten, sind viele nationale Ölgesellschaften heute als finanziell und technologisch unabhängige Partner weltweit unterwegs – und zwar sowohl im Up- wie auch im Downstream-Bereich.

„Hier vollzieht sich ein wahrhafter Paradigmenwechsel. Aus ehemals nationalen Unternehmen sind regionale Akteure geworden, die im Vergleich zu 2005 heute außerhalb ihres Heimatlandes fünf Mal stärker vertreten sind“, erläutert Schröter. Damit nimmt für internationale Ölgesellschaften der Wettbewerb um Ressourcen zu.

Es wird verstärkt auf die Wahl des richtigen Partners ankommen, der etwa über die technologische Expertise zur Förderung von Öl aus unkonventionellen Vorkommen verfügt. Im Downstream-Bereich hingegen, werden nach wie vor der Standort und die operative Leistung ausschlaggebend für die Attraktivität einer Raffinerie sein.

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