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1. Pumpen- und Schüttgutforum 2010

Industriepumpen im Wettstreit: Verdrängerpumpen werden immer noch vielfach unterschätzt

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Die Packung ist keineswegs tot

Übrigens: Laut Andreas Eiletz (EagleBurgmann) ist die Packung im Pumpenbau keineswegs tot. Sie überlebt im Bestandsgeschäft, bei Armaturen ist sie weiterhin Stand der Technik. Und so „old fashioned“ kann diese Technik auch nicht sein, betrachtet man die langen Standzeiten von Packungen in Kraftwerkspumpen. Als Trend markiert Eilitz dies: Der Markt verlange im Neugeschäft zunehmend nach montagefertigen Cartridge-Dichtungen – in den USA stärker noch als in Deutschland. Das liege am einfacheren Service: Wo Fachpersonal fehlt, wird wegen des einfacheren Handlings die Patronendichtung bevorzugt (keine Fehler bei der Montage, erhöhte Anlagenverfügbarkeit). Vermehrt nachgefragt werden darüber hinaus gasgeschmierte Gleitringdichtungen sowie auch sterile Abdichtungen. Als technologischen Trend sieht Eiletz die Beschichtungs-Technologie „Diamond Faces“ – sie reduziert die Reibung, verlängert die Standzeit und bietet eine höhere Energieeffizienz.

Pumpen für die Mehrphasenförderung

Warum „Pumpen für die Mehrphasenförderung“ so interessant sind, das führte Frank Lundius (Edur) aus: Während herkömmliche Flüssigkeitspumpen eine einzige Phase beherrschen, fördern Mehrphasenpumpen bevorzugt Flüssigkeits-Gas-Gemische. Normale Kreiselpumpen fallen unter diesen Bedingungen aus, da sich Gasanteile vor der Laufradnabe sammeln und den Laufradeintritt blockieren. Als Einsatzbeispiel beschrieb Lundius die Druckentspannungs-Flotation zur Wertstoffrückgewinnung; hier spart die Mehrphasenpumpe im Vergleich zur herkömmlichen Flotation (Sedimentation, Filtration) bis zu 70% Energie ein. Zudem entfallen teure Anlagenkomponenten (Kompressor, Druckkessel, Pumpen, Steuerung, Ventile).

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Die Frage „Kreisel- oder Verdrängerpumpe?“ wird in der Praxis recht eindeutig so beantwortet: Der überwiegende Teil aller in Betrieb befindlichen Pumpensysteme ist mit Kreiselpumpen ausgerüstet. Weltweit wird dieser Anteil auf mehr als 2/3 geschätzt, in der chemischen Industrie kann der Anteil durchaus auch 90% erreichen.

Professor Schlücker ist mit dieser Praxis erkennbar unzufrieden: „Unter dem Gesichtspunkt der Energieeffizienz wäre es oft besser, statt der Kreiselpumpe eine Verdrängerpumpe zu wählen.“ Während eine große Zahl der in der Industrie eingesetzten Kreiselpumpen bei Wirkungsgraden um 10% laufen, weisen oszillierende Verdrängerpumpen deutlich höhere Wirkungsgrade auf. Im Vergleich zu mehrstufigen Kreiselpumpen arbeiten Prozess-Membranpumpen in der Praxis oft mit einem doppelt so hohen Wirkungsgrad.

Hermetisch dicht und dennoch energieeffizient?

Dr. Thomas Herbers (Klaus Union) ging in seinem Vortrag über „Hermetisch dichte Pumpen für giftige Medien“ unter anderem auf das Thema metallischer und nicht-metallischer Spalttopf bei Metall-Magnetkupplungspumpen ein. Klar ist: Ein metallischer Spalttopf ist aufgrund der induzierten Wirbelströme stets verlustbehaftet. Aber auch da gibt es natürlich Unterschiede, weshalb Klaus Union teurere Werkstoffe wie Hastelloy oder gar ein legiertes Titan anbietet. Dennoch steigt aus Energieeffizienz-Überlegungen der Anteil nicht-metallischer Spalttöpfe seit Jahren kontinuierlich an – heute bei diesem Anbieter auf etwa 10%, bevorzugt wird ein Keramik-Spalttopf aus ZrO2. Herbers verweist darauf, dass die Anbindung der Keramik an Metall spezifisches Know-how erfordere.

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