Interview mit Thorsten Pötter

„In den Köpfen ist Industrie 4.0 angekommen“

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? Wie charakterisieren Sie solche 4.0-Ansätze?

Pötter: Vernetzung, Intelligenz und gehobene Autonomie sind typisch für Industrie 4.0. Es geht aber auch um selbstheilende oder selbstkonfigurierende Systeme, aber auch um kollaborative Ansätze, beispielsweise andere Geschäftsmodelle. Wir kennen mittlerweile Maschinenbauer, die ein Full-Service-Angebot ihrer Leistung anbieten. Die Bereitstellung von Druckluft per m³ ist für mich ein Beispiel einer 4.0 Anwendung . Der Hersteller kennt über zusätzliche Sensoren und Analyse den Zustand seiner Maschine ganz genau, durch die Vernetzung mit einer zentralen Plattform wird die Gesamtlösung zunehmend intelligent.

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? Sie sind Leiter des Namur-Arbeitskreises „Enabling Industrie 4.0“. Wie positioniert sich die Namur momentan innerhalb der deutschlandweiten Industrie 4.0-Aktivitäten? Die Prozessindustrie scheint hier eher unterrepräsentiert.

Pötter: Die Namur ist beim Thema Security über Kollegen, wie Martin Schwibach von der BASF, an der Plattform beteiligt. Dann gibt es Kollegen, die das RAMI-Modell mitentwickelt haben, es gibt also durchaus Brückenfunktionen in die Plattform hinein, aber insgesamt, da gebe ich Ihnen recht, ist die Prozessindustrie eher unterrepräsentiert.

? Wie definieren Sie die Aufgabe des Namur-Arbeitskreises?

Pötter: Industrie 4.0 ist ein Querschnittsthema. Das Ziel des Namur-Aks ist es, den Industrie 4.0-Gedanken in die einzelnen Fachdisziplinen hineinzutragen. Gut gelungen ist uns das bei der Weiterentwicklung der Sensorroadmap im letzten Jahr. Hier finden sich viele 4.0-Ansätze wie Konnektivität, Datenaustausch, Schwarmintelligenz … Und das ist genau unser Tenor. Wir fragen, wie kompatibel sind Roadmaps, Richtlinien oder Empfehlungen mit dem 4.0-Gedankenmodell, oder fehlen uns Aspekte, die wir aufgreifen müssen? In diesem Jahr haben wir uns intensiv Gedanken über die Frage gemacht, wie sich denn bei der Digitalisierung die Wertschöpfung verlagert. Da gehören dann Themen dazu, wer verdient an den Daten, welche Plattformen unterstützt man, welche Informationen will ich bzw. kann ich teilen, dann sind wir auch ganz schnell bei der Sicherheitsrelevanz, oder beim Datenhandling.

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