Kohlevergasung Hochtemperatur-Winkler – die Druckerhöhung bringt´s

Redakteur: Anke Geipel-Kern

Die Kohlevergasung nach dem HTW-Verfahren ist nach wie vor brandaktuell, vor allem deshalb, weil das Verfahren rohstoffneutral und leicht an alternative Einsatzstoffe adaptierbar ist.

Anbieter zum Thema

Schema des HTW-Verfahrens.
Schema des HTW-Verfahrens.
(Bild: ThyssenKrupp Uhde)

Technologien zur effizienten Nutzung von Kohle und Biomasse erfahren gerade eine Renaissance. Vor allem Vergasungsverfahren, die eine gute Rohstoffausnutzung und einen sparsamen Ausstoß von CO2 versprechen, stehen hoch im Kurs – nicht nur in Ländern mit reichen Kohlevorkommen sondern auch in Europa. Das liegt vor allem daran, dass Vergasungsverfahren eine breite Palette an Einsatzstoffen angefangen von Biomasse über Hausmüll bis hin zu nachwachsenden Rohstoffen, wie Holz oder Stroh nutzen können.

Eine der führenden Technologien ist das Hochtemperatur-Winkler-Verfahren (HTW), das 1975 zur Zeit der ersten Ölkrise gemeinsam von RWE Power und ThyssenKrupp Uhde entwickelt wurde. Seit 2011 gehört dieses Verfahren allein ThyssenKrupp Uhde .

Damit steht den Dortmunder Gastechnik-Spezialisten neben der Flugstromvergasung PRENFLOTM ein weiterer Vergasungsprozess zur Verfügung, der besonders für Braunkohlen, Steinkohlen mit hohen Ascheschmelzpunkten sowie für Biomassen wie Holz, Torf, aber auch Hausmüll geeignet und großtechnisch erprobt ist.

Einsatzstoffe, für die Karsten Radtke, Leiter des ThyssenKrupp Uhde-Bereichs Gastechnik, einen großen Zukunftsmarkt sieht. Das HTW-Verfahren arbeitet nach dem Wirbelschichtprinzip und ist eine Weiterentwicklung der ursprünglich bei Umgebungsdruck arbeitenden Winkler-Kohlevergasung, wobei der entscheidende Durchbruch für die großtechnische Anwendung durch die Druckerhöhung auf 10 bis 30 bar gelang.

Der Einsatzstoff wird unterhalb des Ascheschmelzpunktes entweder mit Sauerstoff oder Luft bei Temperaturen von 800 bis 1000 °C vergast. Im Vergleich zum Ursprungsverfahren nutzt HTW die eingesetzten Rohstoffe besser aus, weil es weniger Nebenprodukte bildet und erheblich größere Vergaserkapazitäten ermöglicht. Der zusätzliche Einsatz von Wirbelschichttrocknungsanlagen kann den Wirkungsgrad von Braunkohlekraftwerken immerhin um mehr als zehn Prozent steigern.

Großtechnisch erprobt seit 1986

(ID:38795900)