Process Management Academy

Highlights der 9. Process Management Academy in Antwerpen

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Die Sicherheit der Prozesse in den Mittelpunkt rücken

Ein anderer Themenkomplex stand bereits im letzten Jahr hoch im Kurs bei vielen Teilnehmern und ist aktuell wie nie zuvor: Safety und Security. Im Themenfeld Cyber Security und noch mehr in den Vorträgen, die sich rund um den Schutz vor Großunfällen drehten, war einigen Teilnehmern das persönliche Unbehagen anzumerken.

Kein Wunder, denn Dr. Ulrike Weingerl, zuständig für die Prozesssicherheit bei OMV, zeigte einige schwerwiegende Unfälle und ihre Folgen auf. Sie machte anhand von Statistiken klar, dass Großereignisse in regelmäßigen Abständen geschehen. Ihr Ziel lautete klar, aus Geschehenem zu lernen und mehr den Mensch und sein mögliches Fehlverhalten in den Mittelpunkt der Überlegungen um mehr Sicherheit zu stellen. Ihre rhetorische Frage lautete folgerichtig: "Haben Sie schon einmal von einem Großunfall gehört, weil der falsche SIL-Schutzkreis ausgewählt wurde?"

Auch Dr. Valentijn de Leeuw, Analyst bei ARC, beschrieb in seinem Vortrag, dass die meisten Vorfälle auf menschliches Versagen zurückzuführen seien. "Von Tschernobyl bis hin zu Piper Alpha können Unfälle in der Größenordnung von 175 Milliarden Euro allein in Europa auf Fehlurteile oder das Brechen von Regeln zurückgeführt werden.

Seine Empfehlung lautet, eine Kultur der Wachsamkeit aufzubauen, die auch schlechte Nachrichten ("Wir müssen aus Sicherheitsgründen den Prozess herunter fahren.") respektiere oder sogar belohne. Auch der Blick von Außen sei nicht zu unterschätzen, so de Leeuw, denn kein Experte sei gefeit davor "blinde Flecken" zu entwickeln.

Sicherheit kostet Geld

Den Aspekt, dass Sicherheit nicht zum Nulltarif zu haben ist, brachte indirekt Dr. Hücker, Chef der internationalen Service-Abteilung beim Sicherheitsexperten Hima, auf die Tagesordnung. Er legte in seinem Vortrag die Auswirkungen eines Sicherheitssystems auf den Bereich der operativen Kosten (OPEX) dar.

Hücker betonte, dass die Kosten während des Lebenszyklus genauso wie bei anderen Geräten und Komponenten häufig nur zu einem geringen Anteil an den Anschaffungkosten festzumachen seien: "Um ein verlässliches und hoch verfügbares Sicherheitssystem zu betreiben, benötigen Sie eine Service-Strategie die zwischen reagierender, vorbeugender und nachsorgender Instandhaltung balanciert." Für Hücker ein zentraler Punkt: Die Produkt-Architektur eines Sicherheitssystems beeinflusst maßgeblich sowohl Instandhaltungs- als auch Problemlösungskonzepte, die wiederum die OPEX definieren.

Falls Sie Interesse an den Aufzeichnungen der diesjährigen PMA-Vorträge haben oder sich die Vorträge der vergangenen Jahre anschauen wollen, besuchen Sie die Webseite www.process-management-academy.com. Für weniger als ein Euro pro Tag haben Sie ein Jahr Zugang zu sämtlichen eingestellten Vorträgen.

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