Prozessanlagen

High-Containment-Prozesse in der Feststoffproduktion

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Die Flächen für die Aufbereitung der Betriebsmedien ergeben sich aus den Verbrauchsmengen und den geforderten Qualitätsparametern. Für die Reinigung der Prozessanlagen muss genügend Wasser bereitgestellt werden, um die Leistung der Reinigungsanlagen nicht einzuschränken. Bei der Verarbeitung hochaktiver Feststoffe wird verloren gereinigt. Im Vergleich zu Standardprodukten sind niedrigere Grenzwerte für Reinigungsrückstände einzuhalten.

Mehr Reinigungslösung als Textilfilter

Im High-Containment-Bereich werden Granulationsanlagen in CIP-fähiger Ausführung eingesetzt (Super-Clean-Design). Die Metallfilter zur inneren Produktrückhaltung benötigen konstruktiv bedingt mehr Reinigungslösung als Textilfilter. Der Lieferant der Granulationsanlage kennt die Verbrauchsmengen für die Reinigung aus Reinigungsversuchen. Die Versuchsergebnisse werden in der Projektierung als Auslegungshilfen verwendet. Bei geringeren Containmentanforderungen sind Kombinationen aus WET- und WIP-Reinigung möglich.

Abwasser aus der Reinigung ist feststoffbeladen und muss gesammelt und danach dekontaminiert werden. Abwasserstränge die nur gelegentlich benutzt werden, können zu Emissionsstellen für hochaktive Feststoffe werden, wenn sie nicht staubdicht ausgeführt sind.

Die Abluft der Prozessanlagen enthält hochaktive Produktstäube und wird über Hepa-Filtersysteme geführt. Die beladenen Filter müssen über ein Safe-Change-Filtersys-tem geschlossen gewechselt werden können und mit Anschlüssen für die Benetzung und Reinigung ausgerüstet sein.

Die Prozessentstaubung übernimmt häufig die Druckregelung für das Containment der Prozessanlage. Die Technikbereiche müssen kontinuierlich arbeitenden Prozessentstaubern mit Volumenstromregelung und geschlossenem Staubaustrag ausreichend Platz bieten. Die Zuluft für die Prozessentstaubung wird über Hepa-Filter aus dem Produktionsraum abgezogen. Die richtige Einstellung des Raumdrucks, des Frischluftanteils und die Auswahl der Filterqualität erfordert eine enge Abstimmung mit dem Planer der Raumluftanlagen.

Gesamtlösung im Blick

Für ein vollständiges Containment müssen die Prozessanlagen und die Produktionsumgebung zu einer Gesamtlösung verbunden werden. Dabei sind technische und regulatorische Besonderheiten zu beachten. Lieferanten von Prozessanlagen können höchste Containmentanforderungen erfüllen und nachweisen. Besonders im High-Containment-Bereich sind Prozesskompetenz und Projekterfahrung für eine effektive Containmentlösung notwendig.

* T. Hetzer ist Projektingenieur bei Glatt Ingenieurtechnik GmbH, Weimar. Kontakt: Tel. +49-3643-47-0

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