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Der Clou der Anlage liegt im Detail
Während Wettbewerbsverfahren wie der Dampffließbett-Trockner von Gea Niro, der ebenfalls mit überhitztem Dampf trocknet und bereits an Biobrennstoff-Unternehmen geliefert wurde, laut Laopeamthong mit Überdruck arbeiten, setzen die Forscher am Fraunhofer-Institut auf eine offene Bauweise. „Wir arbeiten ausschließlich bei Atmosphärendruck. Bei Gea findet die Trocknung bei einem Druck von 2 bis 4 bar statt.“ Da der überhitzte Wasserdampf leichter als die Umgebungsluft ist, strömt diese nicht in die Anlage. Dadurch kann der Trocknungsraum so konstruiert werden, dass er nach unten geöffnet ist.
„Schleusen und Absperrungen sind nicht notwendig“, erklärt Siegfried Egner, Leiter der Abteilung Physikalische Prozesstechnik am Fraunhofer IGB. Das liefert einen weiteren Vorteil gegenüber der Konkurrenz: Das Transportsystem, das den Trockner mit Lebensmitteln beschickt, kann frei gewählt werden. „Egal ob Schwing-, Band-, Schnecken- oder Trommelförderer“, betont Egner. Und Laopeamthong fügt hinzu: „Es muss lediglich auf die Einrichtung der Kreislaufführung geachtet werden.“
Begünstige Wärmeübertragung
Warum kann die neue Methode die Trocknungszeit so stark verringern und die Hälfte der Energiekosten einsparen? Laopeamthong beschreibt das physikalische Prinzip: „Überhitzter Wasserdampf besitzt im Vergleich zu Heißluft bei gleicher Temperatur bessere thermodynamische Eigenschaften, was die Wärmeübertragung an das Produkt begüns- tigt.“ Da keine Umgebungsluft im Prozessor eindringen kann und die Dichte des Dampfes relativ gering ist, kann das Gas schnell zur Produktoberfläche und in die Poren diffundieren. Dies soll zu einer schnelleren und homogeneren Trocknung führen, was die Wärmeverluste und somit auch die Energiekosten senkt. Der geschlossene Kreislauf, in dem die Verdampfungswärme zirkuliert, spart ebenfalls Energie.
„Die inerte Dampfatmosphäre und hohe Temperaturen sorgen dafür, dass die Lebensmittel hygienisiert werden“, sagt Laopeamthong. „Da unsere Trockner gemäß „Hygienic Design“ konstruiert und aufgebaut sind, muss der erzeugte Wasserdampf vor der Anwendung zudem nicht sterilisiert werden.“
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