Petrochemie-Patent H&R Gruppe setzt neue Maßstäbe in der Raffineriebranche
Der auf Spezialchemie fokussierten Hansen & Rosenthal ist es als weltweit erstem Unternehmen gelungen, ein von ihr entwickeltes Verfahren zur Umwandlung von geringwertigen Nebenprodukten in hochwertige Hauptprodukte im industriellen Stil zur Anwendung zu bringen. Dieses Verfahren hat sich die H&R Gruppe weltweit patentieren lassen.
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Hamburg – „Nie zuvor ist es großtechnisch gelungen, aus einem Rückstand paraffinbasischen Ursprungs ein Öl mit naphthenbasischem Charakter herzustellen. Der Vorteil des Verfahrens liegt darin, dass mit einem paraffinischen Rohstoff sowohl paraffinische als auch naphtenische Prozessöle sowie Spezialitäten hergestellt werden können. Auf diese wegweisende und weltweit einzigartige Innovation sind wir sehr stolz“, so Nils Hansen, geschäftsführender Gesellschafter von H&R.
Durch den neuartigen Vorgang werden unter Beachtung bestimmter Kriterien gezielt die bei dem Raffinerieprozess anfallenden Rückstände, wie beispielsweise Bitumen, in hochwertige Produkte weiterverarbeitet. Das so gewonnene Produktspektrum reicht von naphthenischen Prozessölen, die bei der Druckfarbenherstellung oder für Kunststoffe gebraucht werden, bis hin zu medizinischen Weißölen, die aufgrund ihrer speziellen UV-Beständigkeit unter anderem in der Kosmetik, Pharmazie oder bei Lebensmitteln eingesetzt werden.
Kooperation mit anderen Raffinerien
Die Pilotanlage befindet sich am deutschen Standort in Salzbergen. Im Rahmen der Implementierung des neuen Verfahrens investiert die H&R Gruppe dort im Geschäftsjahr 2015 einen mittleren einstelligen Millionenbetrag. Dies ermöglicht der Gesellschaft eine anfängliche jährliche Produktion von mindestens 5000 t der genannten Spezialitäten. Neben dem ökonomischen Aspekt unterstreiche das Unternehmen mit dieser Entwicklung zugleich ihren ökologischen Anspruch an einen bewussten Umgang mit den eingesetzten Ressourcen durch eine höhere Ausbeute aus dem eingesetzten Rohmaterial.
„Das neue Verfahren ist ein weiterer Schritt, den Anteil an wertschöpfenden und hochwertigen Hauptprodukten konsequent auszubauen und den von margenschwächeren Nebenprodukten zu verringern“, sagt Hansen. „Gleichzeitig dokumentieren wir damit den hohen Innovationsgrad unserer Gesellschaft, der es uns ermöglicht, durch eine Verlängerung der Wertschöpfungskette und verbesserte Wirkungsgrade im Raffinerieprozess unsere Effizienz kontinuierlich zu steigern. Ziel der weltweiten Patentierung ist es, dieses Verfahren in partnerschaftlichen Kooperationen auch anderen Gruppe I Raffinerien nutzbar zu machen und einen nachhaltigen Beitrag zur Reduzierung umweltschädigender Rückstände zu leisten“, so Hansen weiter.
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