Chemieunternehmen in Schieflage Venator Germany meldet Insolvenz an

Quelle: Anchor 2 min Lesedauer

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Die wirtschaftlichen Belastungen durch hohe Energiepreise und Umsatzrückgänge haben Venator Germany in die Insolvenz getrieben. Am Standort Duisburg läuft die Produktion jedoch weiter.

Das Chemieunternehmen Venator Germany musste Insolvenz anmelden – die Suche nach einer Zukunftslösung läuft.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Das Chemieunternehmen Venator Germany musste Insolvenz anmelden – die Suche nach einer Zukunftslösung läuft.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Das Chemieunternehmen Venator Germany mit Sitz hat beim Amtsgericht Duisburg einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Das Gericht ordnete die vorläufige Insolvenzverwaltung an und bestellte Rechtsanwältin Sarah Wolf von Anchor zur vorläufigen Insolvenzverwalterin.

Die Venator-Gruppe gehört zu den international führenden Chemieunternehmen mit einer breiten Produktpalette in den Bereichen Titandioxid-Pigmente, Performance Additives, Buntpigmente, Holzschutzmittel und Wasserchemikalien. Das Unternehmen betreibt weltweit 25 Produktionsstätten mit insgesamt rund 2.300 Mitarbeitenden in Europa, den Vereinigten Staaten und Asien. Die Konzernzentrale befindet sich in Wynyard, Großbritannien. In Deutschland verfügt Venator über Produktionsgesellschaften an den Standorten Duisburg und Uerdingen. Die Duisburger Gesellschaft Venator Germany, die nun Insolvenz anmelden musste, blickt auf eine lange Geschichte zurück. Ihre Ursprünge reichen in das Jahr 1878 zurück, als die Lithopone- und Permanentweißfabrik Schöningen AG gegründet wurde. 1883 übernahm Rudolf Sachtleben die Geschäftsleitung, der den Standort 1892 nach Duisburg verlegte. Ab 1962 wurde dort Titandioxid produziert, ein Pigment, das für zahlreiche industrielle Anwendungen unverzichtbar ist. Nach mehreren Umfirmierungen erhielt die Gesellschaft 2017 den Namen Venator Germany.

Im Rahmen einer konzernweiten Restrukturierung wurde die Titandioxidproduktion im Jahr 2024 vom Standort Duisburg auf Venator Uerdingen verlagert. Seither konzentriert sich der Standort Duisburg auf die Herstellung von Funktionellen Additiven (FAD) und sogenannten Nano-Fine-Produkten.

Ursache der wirtschaftlichen Krise in der sich das Unternehmen befindet sind vor allem die seit dem Ukraine-Krieg massiv gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten, die energieintensive Prozesse wie die Herstellung von Titandioxid und Additiven erheblich belasten. Hinzu kommt der Umsatzrückgang nach der Verlagerung der Titandioxid-Produktion nach Uerdingen, wodurch die Auslastung der Additiv-Sparte im laufenden Geschäftsjahr auf nur etwa 77 Prozent gesunken ist. Zusätzlich erschwert die Abhängigkeit von konzerninternen Finanzierungsstrukturen die Lage. Anfang September kündigte die Konzernmutter jedoch an, keine weiteren Mittel für die deutschen Gesellschaften bereitzustellen. Zeitgleich wurde über mehrere Gesellschaften der Venator-Gruppe im Vereinigten Königreich ein Insolvenzverfahren eröffnet.

Tragfähige Zukunftslösung finden

Mit der Bestellung von Rechtsanwältin Sarah Wolf als vorläufige Insolvenzverwalterin beginnt nun die strukturierte Prüfung der Sanierungsfähigkeit des Unternehmens. „Unser Ziel ist es, den Geschäftsbetrieb in Duisburg zu stabilisieren und eine tragfähige Lösung für die Zukunft zu entwickeln“, erklärt die vorläufige Insolvenzverwalterin Sarah Wolf von Anchor. Sie wird sich gemeinsam mit ihrem Team kurzfristig einen detaillierten Überblick über die aktuelle wirtschaftliche Lage verschaffen und rasch Gespräche mit Kunden, Lieferanten, Banken und Arbeitnehmervertretern aufnehmen. „Wichtig ist es jetzt, das Vertrauen im Markt zu sichern sowie die Produktions- und Lieferfähigkeit des Unternehmens aufrechtzuerhalten. Der Geschäftsbetrieb der Gesellschaft wird fortgeführt. Die Löhne und Gehälter der rund 344 Mitarbeitenden sind über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert“, fährt die vorläufige Insolvenzverwalterin Sarah Wolf fort.

Bereits am 29. August 2025 war beim Amtsgericht Krefeld ein vorläufiges Insolvenzverfahren über das Vermögen von Venator Uerdingen eröffnet worden. Dort wurde Rechtsanwalt Jan-Philipp Hoos aus Düsseldorf zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

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