Neue Grundölanlage Großinvestition geplant: Shell will in Wesseling Öle herstellen

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Shell setzt den Umbau der einstigen „Rheinland Raffinerie“ im Süden von Köln fort. In Wesseling soll die Röholverarbeitung 2025 enden. Mineralöle will der Energiekonzern dort trotzdem weiterverarbeiten.

Shell treibt den Umbau seiner ehemaligen „Rheinland Raffinerie“ in Köln-Wesseling voran.(Bild:  Shell)
Shell treibt den Umbau seiner ehemaligen „Rheinland Raffinerie“ in Köln-Wesseling voran.
(Bild: Shell)

Der Energiekonzern Shell Deutschland will seine Rohölverarbeitung am Standort Wesseling bei Köln weiterhin 2025 einstellen. Ein Anlagenteil soll dann zu einer Produktionsanlage für sogenannte Grundöle umgerüstet werden, berichtete das Unternehmen am 26. Januar 2024 in Hamburg. Solche Öle dienen laut Shell der Herstellung hochwertiger Schmierstoffe wie Motoren- und Getriebeöle. Shell will einen hohen dreistelligen Millionenbetrag investieren. Die Rohölverarbeitung im Werksteil Köln-Godorf soll weitergeführt werden.

Die neue Grundölanlage soll den Angaben zufolge in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts in Betrieb gehen. Die Produktionskapazität soll bei rund 300.000 Tonnen pro Jahr liegen. Dies entspreche etwa neun Prozent des derzeitigen EU-Bedarfs und 40 Prozent des deutschen Grundölbedarfs, erklärte Shell. Der Konzern rechnet nach Einstellung der Rohölverarbeitung und Inbetriebnahme der neuen Anlage mit jährlich 620.000 Tonnen weniger CO2-Emissionen am Standort Wesseling.

Beide Standorte bilden zusammen den Shell Energy and Chemicals Park Rheinland. Die Raffineriekapazität beträgt derzeit mehr als 17

Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr. Davon entfallen 7,5 Millionen Tonnen auf Wesseling und 9,8 Millionen Tonnen auf Godorf. „Trotz der Einstellung der Rohölverarbeitung am Standort Wesseling wird mit einer stabilen und sicheren Kraftstoffversorgung des deutschen Marktes gerechnet“, betonte das Unternehmen. Shell hat auf dem Firmengelände bereits einen 10-Megawatt-Elektrolyseur zur Erzeugung von erneuerbarem Wasserstoff und eine Biomethan-Verflüssigungsanlage errichtet.

Wie viele Stellen durch die Schließung der Rohölverarbeitung in Wesseling voraussichtlich wegfallen, teilte Shell nicht mit. „Die Investition ist ein klares Bekenntnis für den Wirtschaftsstandort Deutschland, für die Zukunft des Energy and Chemicals Park Rheinland sowie für die Arbeitsplätze hier“, betonte ein Sprecher. Dennoch werde die Zahl der Arbeitsplätze in den kommenden Jahren zurückgehen. „Nähere Angaben können wir derzeit nicht machen.“

Aktuell beschäftigt Shell an beiden Standorten zusammengenommen rund 1500 eigene Mitarbeiter. Hinzu kommen Beschäftigte von Fremdfirmen. Deren Zahl werde sich künftig eher erhöhen, sagte der Sprecher.

Wesselings Bürgermeister Ralph Manzke (SPD) äußerte sich erfreut über die Ankündigung des Unternehmens. Die neue Investition bedeute, dass Shell für den Standort Zukunftssicherheit anstrebe, erklärte er in einer Mitteilung. Beim Arbeitsplatzabbau erwarte er, dass Shell den Betriebsrat frühzeitig einbinde und den Mitarbeitenden die Möglichkeit gebe, am Transformationsprozess aktiv teilzuhaben. „Schließlich wird dieser auch viele zukunftsfähige Arbeitsplätze in den neuen Technologien mit sich bringen.“

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