Profibus Geschickter Einsatz von Profibus PA bei Clariant
Wer denkt, der Feldbus eignet sich nur zur Automatisierung neuer Anlagen, liegt falsch. Mit seiner Hilfe lässt sich nämlich auch schnell und kostensparend der Automatisierungsgrad von konventionellen Anlagen deutlich erhöhen.
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Im letzten Jahr hat Clariant Produkte (Deutschland) in Rekordzeit eine der beiden Straßen zur Produktion von hochwertigen Rosa-Pigmenten für Lack-, Kunststoff- und Druckanwendungen im Industriepark Höchst modernisiert. Hintergrund der Aktion: Das Chemieunternehmen wollte ein Relikt aus den 80er Jahren eliminieren. Denn für die bereits seit Langem eingesetzte geschlossene Visualisierung gibt es keine Ersatzteile mehr. Bei einer Reparatur liefen die Kosten völlig aus dem Ruder.
Bei dieser Gelegenheit tauschte das Unternehmen gleich noch die alten Steuerungen aus. Traditionell sind die Pigmentbetriebe der Abteilung HPP, Bereich Pigmente & Additive von Clariant, eng verwurzelt mit dem Hersteller Schneider Electric. Mit einer Ausnahme sind flächendeckend Steuerungen dieses Anbieters installiert. Zudem kam dem Chemieunternehmen sehr zupass, dass der langjährige Geschäftspartner vor nicht allzu langer Zeit mit dem australischen Unternehmen Citect einen Spezialisten für integrierte HMI-/SCADA-Lösungen akquirierte. In Kombination mit der Steuerung entsteht ein in sich durchgängiges Leitsystem, das alle Erfordernisse abdeckt, aber im Vergleich zu anderen Lösungen deutlich kostengünstiger ist.
Denn sie wissen, was sie tun
Für das Projekt gab es drei gangbare Wege: Die Punkt-zu-Punkt-Verdrahtung beizubehalten und überhaupt keine der Messstellen zu modernisieren, eine Remote I/O-Variante oder Profibus PA. „Es hat sich für uns einfach angeboten, auf Profibus PA zu gehen, weil wir in der Vergangenheit – beim Neuaufbau einer Anlage – bereits viele Erfahrungen mit der Technologie sammeln konnten“, betont Thomas Eichhorn, EMR-Betriebsingenieur bei Clariant in der Division Pigmente & Additive.
Hinzu kommt, dass ihm mit Michael Pelz, Obmann des Namur Arbeitskreises 2.6 Feldbus, ein Spezialist für digitale Kommunikation gegenüber sitzt. Er hat im Industriepark Höchst bereits eine ähnliche Anlage inklusive „handverlesener“ Diagnose aufgebaut. „Wir wussten ganz genau, wie die Anlage aussehen muss, damit sie funktioniert, weil wir uns zum Aufbau der oben genannten Neuanlage zusammen mit Pepperl+Fuchs sehr viele Gedanken über den sicheren Aufbau des Feldbusses gemacht haben“, sagte Eichhorn.
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