Lanxess in Antwerpen

Gegen den Strom: Was steckt hinter den Lanxess Investitionen in Belgien?

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Vernetzung ist der Schlüssel

Dabei befeuert besonders der Trend zu immer leichteren Autos den Absatz. Auch hier will Lanxess in Zukunft kräftig zulegen: Mit den Produktlinien Durethan, Pocan und Tepex sieht man sich im Bereich Hochleistungskunststoffe gut aufgestellt. Mit dem Hi-Ant-Konzept liefert der Chemiekonzern auch gleich das Know-How um Engineering, Konzeptstudien und Fertigung für seine Kunden.

Caprolactam ist dabei lediglich ein Teilaspekt eines viel größeren Bildes: „Wir wollen keine Commodities verkaufen“, erklärt Zobel die Lanxess-Pläne. Entsprechend wird der Löwenanteil der Antwerpener Produktion direkt im Unternehmensverband verbraucht – auch direkt an der Schelde: Eine nagelneue State-of-the-Art-Polyamid-6-Anlage in Antwerpen ließ sich der Kölner Konzern 75 Millionen Euro kosten – immerhin das viertgrößte Einzelinvestment der Firma.

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Zum Vergleich: Der Aufbau der Caprolactam-Produktion „auf der grünen Wiese“ kostete Bayer 1967 etwa 200 Millionen Mark. Polyamide wiederum werden für Kunstharz und Folienprodukte benötigt.

„Forward-Integration“ sei das Schlüsselwort, erklärt Dr. Stephan Deutsch, Leiter für die weltweiten Intermediates-Aktivitäten der Lanxess HPM-Business-Unit. Daher liefert zusätzlich eine Flotte Lastwagen rund um die Uhr Caprolactam von Antwerpen zur Polyamid-Fertigung nach Uerdingen am Niederrhein.

Rückwärts sei man durch die Nutzung von Energie und Wärme im Standortverbund ebenfalls bestens integriert, versichert Deutsch. Skaleneffekte, die hohe Auslastung und die Versorgungssicherheit der eigenen Polyamid-Linien würden nicht nur eine gleichbleibende Produkt-Qualität gewährleisten, sondern Lanxess auch die Pole-Position in Sachen Kosteneffizienz sichern, erklärt der Intermediates-Experte.

...nur ein Baustein im großen Plan

So sei auch das angekündigte Aufstocken der Investitionen auf etwa 400 Millionen Euro Investitionen in Antwerpen nur ein Baustein im großen Performance-Materials-Plan: Mit Marktnähe, Innovationen und Expertise Kunststofflösungen vom Konzept bis zur Produktion zu unterstützen: „Unsere Ingenieure sprechen dieselbe Sprache wie die Anwendungsspezialisten unserer Kunden“, erklärt Tim Arping, Head of Application Development. Im Gegensatz zur dezentralen, weltweiten Fertigung erfolge jedoch die Rezept-Entwicklung zentralisiert nach einheitlichen Standards in Deutschland.

Margen von über 15%: So schafft Lanxess die Trendwende...

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