Lanxess in Antwerpen

Gegen den Strom: Was steckt hinter den Lanxess Investitionen in Belgien?

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Um das zu verstehen ist es nötig, einen Blick zurück zu werfen: Die Jahre nach der Jahrtausendwende waren eine goldene Zeit für Caprolactam – der stetig wachsende Bedarf nach Hochleistungs-Kunststoffen insbesondere in Asien trieb die Gewinne und befeuerte die Phantasie der Investoren. Doch der Einbruch ließ nicht lange auf sich warten: Etwa 2010 gingen in China eine Reihe großer Polymer-Megaplants on-stream. Zeitgleich brach der Markt für Hochleistungskunststoffe in Folge der Wirtschaftskrise nahezu zusammen. Die Folge: Massive Überkapazitäten und fallende Margen.

Dieser Weg wird kein leichter sein...

Plante man in Köln am Markt vorbei? Immerhin – die zurückliegenden Jahre waren für die ehemalige Bayer-Tochter nicht einfach. Als Vorstandschef Matthias Zachert 2014 sein berühmtes „Tal der Tränen“ ankündigte, stand das Unternehmen vor hohen Schulden und niedrigen Gewinnen. Besonders das kriselnde Geschäft mit synthetischem Kautschuk belastete die Perspektiven der Kölner.

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Diese Sorgen ist man nun los – zusammen mit dem saudischen Ölriesen Aramco wurde die Sparte in das Gemeinschaftsunternehmen Arlanxeo eingebracht. Spätestens mit der Chemtura-Übernahme stehen die Zeichen jetzt wieder auf Angriff. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und sind durch schwere Zeiten gegangen“, bekräftigt Dr. Michael Zobel, Leiter der Business Unit High Performance Plastics Materials. „Jetzt sind wir zurück im Geschäft!“

Wachstum in Sicht

Die Hausaufgaben gemacht – das soll auch für die Caprolactam-Fertigung in Antwerpen gelten. Doch welche Rolle spielt das Polymer in den Plänen der Kölner? In der neuen Struktur des Unternehmens nehmen Engineering Materials eine Schlüsselfunktion ein. Immerhin gehört der Kölner Konzern zu den fünf größten Produzenten von Hochleistungskunststoffen (weltweit Nummer Zwei bei Polyamid).

Etwa 15-20 % schätzt Zobel, trage seine Business Unit zum Gesamtumsatz bei. Auch die Perspektive stimmt wieder: Bis Ende des Jahrzehnts sollen Engineering-Plastics in nahezu allen Schlüsselmärkten um 5 % pro Jahr und mehr wachsen.

Doch wie soll das Aussehen? Und warum ist man bei Lanxess so optimistisch? Die Antwort steht auf Seite 3!

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