Gefahrstoffmanagement

Gefahrstoff-Experte Dr. Hans-Albert Beul im Interview

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Im dritten Teil des Interview spricht Dr. Hans-Albert Beul über die Vorteile einer integrierten Gefahrstofflösung.

PROCESS: In Ihren Marketinginformationen führen Sie auf, dass das Gefahrstoffmanagementsystem GSM auch weitere Unternehmensprozesse unterstützt, was genau meinen Sie damit?

Beul: Wir haben ja bisher ausschließlich über Themen rund um das SDB besprochen. Und in der Tat die am häufigsten gestellte Frage, wenn Interessenten uns anrufen, ist sinngemäß: „Wir wollen Sicherheitsdatenblätter machen und suchen dafür ein System“. Bei dieser Frage weiß ich dann, sie suchen ein System für sagen wir mal 3000 Euro, mit dem sie dann alle Anforderungen, die meist mit genannt werden, abdecken können. Auf meine Frage, welches ERP-System sie einsetzen, wissen viele der Anrufer oder Mailer dies nicht. Das ist für uns der Hinweis, dass in diesem Unternehmen die Anforderung von der Fachabteilung gestellt wurde und über unternehmensweite Prozesse und deren Optimierung meist noch nicht nachgedacht wurde. Als wir 2004 zusammen mit Tectura die Entwicklung begannen, sind wir angetreten mit der Zielsetzung, ein Produkt mit vielfältigen Funktionen zu entwickeln, welche alle Unternehmensprozesse unterstützen soll, die direkt oder indirekt mit der Produktion, der Handhabung, dem Versand chemischer Produkte, der Rohstoffkontrolle usw. zu tun haben. Aus der Überzeugung heraus, dass mittelständische Unternehmen mittelfristig ein Warenwirtschafts- beziehungsweise ERP-System mit branchentypischen Ausprägungen einsetzen müssen, haben wir die Entwicklung mit der Tectura durchgeführt, die mit Microsoft Dynamics NAV ein für den Mittelstand geeignetes ERP-System anbieten kann.

PROCESS: Können Sie uns Beispiele nennen, welche Unternehmensfunktionen das GSM bedienen kann?

Beul: Lassen sie mich noch kurz einflechten: Die Daten, die für das SDB benötigt werden und in den klassischen 16 Kapiteln ausgegeben werden, sind natürlich in Datenbanken und dort in Tabellen gespeichert. Das heißt, dass wir sämtliche Daten auch für andere Zwecke als das SDB nutzen können. Und – durch die Integration in einem System – können Funktionen auf sämtliche Tabellen zugreifen und sich aus unterschiedlichen Bereichen die Daten zusammensuchen. Nehmen wir zum Beispiel die Abwicklung eines Verkaufsauftrags. Wird ein Verkaufsauftrag für einen Kunden erstellt, so kann bei Freigabe dieses Auftrags folgender Workflow stattfinden:

  • Der Auftrag wird als Verkaufslieferung gebucht.
  • Für diesen Artikel wird das SDB erstellt in der Sprache, die dem Debitor hinterlegt ist, natürlich unter Berücksichtigung der nationalen oder regionalen gesetzlichen Anforderungen für das Land, in das der Artikel geliefert wird, z.B. die nationalen Arbeitsplatzgrenzwerte, Rufnummern der jeweiligen nationalen Notrufzentralen, Besonderheiten wie Wassergefährdungsklassen usw.
  • Das SDB wird an den Debitor verschickt per E-Mail oder Fax, je nachdem welche Versandart hinterlegt ist.
  • Für die Packer werden parallel dazu die Etikettendaten produziert und das Versandetikett gedruckt.

Sämtliche Aktionen werden protokolliert und das SDB revisionssicher gespeichert.

Oder nehmen wir einen weiteren wichtigen Bereich, die Transportabwicklung. Auch um Transporte, die ganz oder zum Teil aus Gefahrgütern bestehen, helfen die Daten und die Funktionen des GSM den Firmen, den gesamten Transportprozess effizient zu gestalten. Ausgehend vom Verkaufsauftrag kann ermittelt werden, ob ein Transport als „Gefahrguttransport“ zu erfolgen hat oder ob aufgrund von Ausnahmeregelungen wie „Kleinstmengen“, „Freigestellte Mengen“ (1000 Punkte-Regel) normaler Transport und damit kostengünstiger durchgeführt werden kann. Arbeiten Unternehmen mit Speditionen zusammen, so kann der Spediteur bei Vorliegen aller Artikel für eine Ladung darüber informiert werden, ob er einen geschulten Gefahrgutfahrer schicken muss. Für Lufttransporte kann das GSM ermitteln, bis zu welchen Mengen im Passagierflugzeug transportiert werden darf oder ob ausschließlich ein Frachtflugzeug in Frage kommt etc. Ein aktuelles Beispiel – die Implementierung ist gerade im Gange – für das Zusammenwirken von Warenwirtschaft und GSM ist das Verschicken von Testergebnissen und Analysezertifikaten. Weiterverarbeiter erwarten von ihren Rohstofflieferanten, dass Qualitäten eingehalten werden. Diese werden je nach Produktart in einer Spezifikation beschrieben. Der Rohstofflieferant erstellt in der Regel für die Lieferung eine Analyse, das Labor erfasst die Analysedaten und daraus kann über Funktionen des GSM ein Analysezertifikat erstellt und dann zusammen mit einem Produktdatenblatt oder Technischen Merkblatt, das ebenfalls mit den Werkzeugen des GSMs erstellt wird, den Kunden zugestellt werden. Auch diese Zustellung geschieht mit den im GSM verfügbaren Versandfunktionen.

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