Horizontalschälzentrifuge

Fest-Flüssig-Trennung: So integrieren Sie Neuentwicklungen erfolgreich in Altanlagen

Seite: 3/3

Firmen zum Thema

Die Funktionsfähigkeit und der benötigte Gasdruck haben die KMPT-Verfahrensingenieure im Vorfeld verifiziert: Das geschah mit KMPT-eigenem Versuchsequipment mittels On-Site-Versuchen an der Zentrifuge.

Die Restschichtentfernung erfolgt folgendermaßen: Während der oszillierenden Bewegung des Düsenrohres wird die Restschicht über die gesamte Trommellänge durch Druckstöße bei minimalem Druckgasverbrauch aufgebrochen und über die eingeschwenkte Schälvorrichtung aus der Zentrifuge ausgetragen. Der üblicherweise für diese Art der Restschichtentfernung notwendige Druck von 6 bar konnte durch das betriebseigene Druckgasnetz nicht zur Verfügung gestellt werden. Daher hat KMPT eine Druckgaserhöhung für Ex-Bereich Atex-Zone 1 von 2,5 bar auf 6 bis 8 bar spezifiziert und erfolgreich in Betrieb genommen.

Bildergalerie

Optimiertes Füllrohr

An der Zentrifuge wurde auch der Produkteintrag über das Füllrohr optimiert, da ältere Systeme die Produkte nicht homogen in der Zentrifugentrommel verteilen. Neue Füllrohre verfügen über eine selbstregulierende Füllklappe und gewährleisten eine optimale Füllverteilung auch bei unterschiedlichen Zulaufbedingungen. Neben den Verteilerstegen am Bodenblech des Füllrohres sorgt vor allem das flexible Federblech auf der Füllrohroberseite für eine optimale Verteilung der Suspension. Je nach Zulaufbedingung stellt sich aufgrund der Druckdifferenzverhältnisse selbstregulierend ein optimaler Spalt an der Austrittsöffnung ein, sodass die Suspension unabhängig von der Fließgeschwindigkeit über die gesamte Breite des Füllrohres verteilt wird.

Für die Nachrüstung dieses Füllrohres war eine Anpassung der Rohrleitungsgeometrie innerhalb des Verfahrensraumes notwendig, um den Flansch des vorhandenen Füllrohres weiter verwenden zu können und weitere Einbauten nicht zu stören. Jetzt ist es möglich, die Zentrifuge bei allen normalen Produktionsbedingungen automatisiert zu betreiben. Inhomogene Feststoffverteilungen versetzen die Zentrifuge nun nicht mehr in unerwünschte Schwingungen. Auch Zulaufrate, Fülldruck oder Fülldrehzahl brauchen nicht mehr manuell nachgeregelt werden.

Der Autor ist Leiter Kundendienst und Beratung bei KMPT.

(ID:263166)