Horizontalschälzentrifuge

Fest-Flüssig-Trennung: So integrieren Sie Neuentwicklungen erfolgreich in Altanlagen

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Häufig wechselnde Produkte mit stark unterschiedlichen Produkteigenschaften machten ein Eingreifen des Anlagenpersonals in den Betrieb der Zentrifuge und ein Reinigen der Zentrifuge bei geöffneter Tür notwendig. Geringe Maschinenauslastung und ein hohes Kontaktrisiko mit Gefahrstoffen waren die Folge.

Ziel des Kunden war es deshalb, zum einen den Automatisierungsgrad und die Betriebssicherheit der Zentrifuge zu erhöhen und zum anderen die Exposition des Personals mit Emissionen (gesundheitsgefährdende Dämpfe, Flüssigkeiten und Feststoffe) zu vermeiden.

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KMPT erarbeitete hierzu ein Modernisierungskonzept, das es ermöglicht, das Fremdfabrikat mit selbstentwickelten Funktionsbaugruppen nachzurüsten.

Restschichtentfernung

Herzstück jedes Filtrationsprozesses der Fest-Flüssig-Trennung bildet die Trennschicht. Sie fungiert als Rückhaltemedium für den Feststoff und muss gleichzeitig ausreichend durchlässig für die Flüssigphase sein. Bei Schälzentrifugen baut sich diese Trennschicht durch den sedimentierenden Feststoff selbst auf. Ein in der Zentrifugentrommel liegendes Filtermedium (Kunststoff- oder Metallgewebe) hält bei der ersten Füllung die Feststoffteilchen zurück und baut damit die Trennschicht auf.

Die so erzielten Trennschärfen liegen weit über denen von handelsüblichen Filtergeweben. Nach den Verfahrenschritten „Füllen“, evtl. „Waschen“ und „Zwischenentfeuchten“, „Trockenschleudern“ und „Feststoffaustrag (Schälen)“ verbleibt diese Trennschicht als so genannte Restschicht in der Zentrifugentrommel. Damit ist die maximal mögliche Trennschärfe für die nachfolgenden Zentrifugenzyklen gesichert.

Ab einer bestimmten Chargenzahl und Korngröße wird der Filtrationswiderstand durch das verdichtete Schüttgut allerdings so hoch, das die Filterleistung sinkt. Dann muss die Restschicht regeneriert oder komplett erneuert werden – in der vorliegenden Anlage erfolgte dieser Vorgang manuell durch die geöffnete Zentrifugentür.

Eine Automatisierung dieses Vorgangs ist durch das pneumatische Verfahren möglich, das ohne großen Aufwand nachgerüstet werden kann. Im vorliegenden Fall ist die bestehende Horizontalschälzentrifuge mit Trommeldurchmesser von 1250 Millimetern auf diese Weise nachgerüstet worden. Platz für die Nachrüstung bot die überdimensionierte Fenster-Öffnung an der Zentrifugentür. Hierzu wurde ein Kombiflansch passend für die Aussparung des alten „Fensters“ entwickelt, der sowohl die Ablassvorrichtung als auch ein zusätzliches Standard-Schauglas mit Spülungseinrichtung aufnehmen kann.

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