Robuste Prozessautomatisierung

Feldbus-Implementierung in extremstem Einsatzgebiet

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Das Instandhaltungs-Team von Salzgitter Flachstahl verlässt sich nun auf die dezentralen Datensammler und eine zentrale Auswertung. Entscheidender Aspekt für die Instandhaltung: Es ist eine Diagnose bis auf Kanalebene im Scada-System möglich. Dadurch ist faktisch ein Frühwarnsystem installiert worden. Nicht nur ist die Instandhaltung einfacher geworden, es ist auch eine effiziente Fehlersuche möglich.

Übersichtlicher Aufbau nach technologischen, funktionalen oder örtlichen Gegebenheiten

Das modular aufgebaute System der Diagnoserepeater erlaubt nämlich den Aufbau kleiner, galvanisch voneinander getrennter Profibus-Segmente. Durch sie lässt sich das Netzwerk im Sinne eines übersichtlichen Aufbaus beispielsweise nach technologischen, funktionalen oder örtlichen Gegebenheiten strukturieren. Neben der Möglichkeit, Erweiterungen des Netzwerks oder eine Abschaltung einzelner Bereiche im laufenden Betrieb vorzunehmen, überzeugt hier vor allem der Vorteil, dass im Fehlerfall nur das jeweilige Segment und damit nur ein kleiner Teil des Netzwerks betroffen ist. All dies hat viel zur hohen Akzeptanz der Lösung seitens des Instandhaltungs-Teams beigetragen.

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Auch der Feldbuszustand selbst wird auf dem Scada-System visualisiert. Dabei wird die topologische Darstellung automatisch aktualisiert, wobei sowohl Subsysteme und Qualitätsgrößen gezeigt werden. Die Busstörungen sind in das allgemeine Alarmmanagement eingebunden, damit idealerweise informiert wird, bevor es klemmt. Hilfreich in der Praxis ist auch, dass es einen direkten Verweis auf den entsprechenden Stromlaufplan gibt. „Dies sind sicherlich Kleinigkeiten, aber es ist eben kein Zugriff mit PG im Feld oder Step 7 nötig und erleichtern die tägliche Arbeit ungemein“, erklärt Rubel.

Fazit

Dank der präzise formulierten Anforderungen stand das endgültige Konzept für das Feldbussystem Profibus im ersten Anlauf. Es waren nur wenige Engineering-Loops erforderlich (<5), um das Bussystem zu planen und zu entwickeln. Die Diskussionen beschränkten sich dabei auf ein Minimum. „Mein persönliches Highlight in dem Projekt war die Montage des Feldbussystems. Hier gab es so gut wie keine Fehler, also keine verdrehten Kabel, keine verhunzten Stecker, keine vergessene Schirmung. Die Inbetriebnahme war sehr kurz – eingeschaltet und die Anlage lief“, erinnert sich Projektleiter Rubel, der immer wieder auf einen externen Berater bei der Planung und Implementierung zurückgreifen würde.

Dies belegt auch die Tatsache, dass die Inbetriebnahme des Feldbussystems Profibus zu keinem Zeitpunkt auf dem kritischen Pfad lag und in den Besprechungen nie ein großes Thema war. Mittlerweile läuft der Profibus rund und wird sowohl vom Betrieb als auch von der Instandhaltung gut akzeptiert. Zwar will man bei Salzgitter Flachstahl noch ein wenig Erfahrung mit der in diesem Produktionsbereich neuen Technologie sammeln, dennoch ist Rubel sich sicher, dass auch bei zukünftigen Projekten über den Einsatz von Profibus nachgedacht wird.

* Die Autorin arbeitet als freie Fachjournalistin für Profibus & Profinet International (PI).

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